2018

n.n.

Ordensritter/in 2018

2017

Dr. Gregor Gysi

Ordensritter 2017

Der Lieblingslinke des Bürgertums glänzte mit politischem Witz und Ironie. Gregor Gysi ist Ritter 2017 des Ordens wider den tierischen Ernst. Der Elferrat des Aachener Karnevalsvereins (AKV) mit Präsident Dr. Werner Pfeil an der Spitze stellte im Juni 2016 den Bundestagsabgeordneten und langjährigen Vorsitzenden der Linksfraktion in Dortmund als 68. Ordensritter vor. Ausgezeichnet wurde Gysi für seinen messerscharfen Witz, mit dem er reichlich Pep in ansonsten öde Bundestagsdebatten bringt, und seinen Anspruch, auch ernste Anliegen humorvoll und pointiert vorzutragen. Die Festsitzung anlässlich der Verleihung des Ordens wider den tierischen Ernst fand am 11. Februar 2017 in Aachen statt.

2016

Markus Söder

Ordensritter 2016

Wenn in Franken die Fastnacht ausbricht, stiehlt Markus Söder mit seinen schrillen und schrägen Kostümen regelmäßig der politischen Konkurrenz die Schau. Ob als Trickfilmheld Shrek, als Gandalf aus „Herr der Ringe“, als verführerische Marylin oder als Punk mit Irokesen-Schnitt: Der Bayerische Finanz- und Heimatminister sticht in der fünften Jahreszeit einfach heraus. Dass er sich selbst dabei nicht so tierisch ernst nimmt, hat der vierfache Vater längst bewiesen.

2015

Philipp zu Guttenberg

Ordensritter 2015

Frei nach dem Motto „Der Narr kennt selbstverständlich Regeln, doch macht´s ihm Spaß, sie umzukegeln“, schritt 2015 Präsident Dr. Werner Pfeil zu einer Tat, die so nie vorgesehen war, aber doch ausschließlich Zustimmung fand: Philipp zu Guttenberg, im Jahr 2011 als Vertreter seines Bruders schon im Narrenkäfig gefeiert und seitdem gern gesehener Stammgast in Aachen, wurde aus dem Knappen- in den Ritterstand erhoben: „In einem Land, das Freiheit ehrt, sei Narrenfreiheit schützenswert. Du Philipp kamst, als Not uns quälte, weil Theodor, dein Bruder fehlte. Der blieb bis heute ein Phantom, sah weder Tivoli noch Dom. Als Knappe hast Du uns gezeigt Herz, Hirn und auch Humorigkeit. Dafür der Orden Dir zum Lohn, die Ritterkappe hast Du schon“, heißt es in der Begründung des Elferrat.

2015

Annegret Kramp-Karrenbauer

Ordensritterin 2015

Annegret Kramp-Karrenbauer ist eine uneitle und glaubwürdige Politikerin, die das sozialpolitische Gewissen der CDU darstellt und humorvoll beweist, dass man auch über sich selber lachen kann. In die üblichen Schubladen passt diese humorvolle und ehrliche Ausnahmepolitikerin nicht, und sie verkörpert damit den modernen Politikertyp, der für die Bürgerinnen und Bürger überzeugend ist. Diese humorvolle Ehrlichkeit sich selber und anderen gegenüber weckte die Aufmerksamkeit des Aachener Karnevalsvereins.

2014

Christian Lindner

Ordensritter 2014

Kurz nach seinem 35. Geburtstag eroberte der FDP-Parteivorsitzende mit einem fulminanten Auftritt das närrische Aachener Volk, nachdem er zuvor die Insignien als 64. und jüngster Ordensritter des Aachener Karnevalsvereins gegr. 1859 e.V. (AKV) entgegen genommen hatte. Mit seiner komplett in Versform vorgetragen Ritterrede krönte Lindner einen rundum jecken Abend voller Show, Musik, Tanz und vielen politischen Breitseiten.

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2013

Cem Özdemir

Ordensritter 2013

Bissig und warmherzig zugleich: ein vegetarisches Krokodil im Narrenkäfig. Ob auf Deutsch, Türkisch oder Schwäbisch – mit Charme und Witz verstand es der grüne Anzugträger harte Fakten mit Humor zu verkuppeln, Kritik scharfsinnig zu verpacken und Angriffe auf den Gegner pointiert und feinsinnig zu formulieren, ohne dabei jemals unter die Gürtellinie zu zielen.

Seine zutiefst menschliche Sicht auf die Probleme und Fragen unserer Zeit gilt der Zukunft einer multikulturellen und multireligiösen Gesellschaft in Deutschland. Dies und sein bodenständiges türkisch-schwäbisch-humorvolles Naturell weckten die Aufmerksamkeit des Elferrates des Aachener Karnevalsvereins.

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2012

Ottfried Fischer

Ordensritter 2012

Humor XXL: Humor ist bekanntlich, wenn man trotzdem lacht. Wahrer Humor, gepaart mit Menschlichkeit, ist unbezahlbar. Ottfried Fischer vereint diese Eigenschaften im für ihn typischen XXL-Format und ist deshalb – obwohl
Berufskabarettist – ein Ritter WIDER DEN TIERISCHEN ERNST, wie er passender nicht sein könnte. Als 62. Ritter des Ordens reiht sich der Kabarettist und Volksschauspieler in eine illustre Schar von international renommierten Preisträgern aus Kirche, Kultur, Politik und Wirtschaft ein.

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2011

Karl Theodor zu Guttenberg

Ordensritter 2011

Als Überflieger mit Bodenhaftung sorgte er für Glanz im grauen Politikeralltag. Mit seiner Doktorarbeit geriet der Verteidigungsminister in die Defensive. Im Aachener Narrenkäfig vertrat ihn deshalb sein kleiner Bruder Philipp zu Guttenberg und landete als „das Plagiat“ mit seiner Knappenrede einen Volltreffer.

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2010

Dr. Jürgen Rüttgers

Ordensritter 2010

Im Narrenkäfig punktete Dr. Jürgen Rüttgers als „närrischer Landesvater“ mit seiner Ritterrede voll spritziger Selbstironie. Karneval bezeichnete er als eine der „friedlichsten und freundlichsten Bürgerbewegungen“.

2009_adorf

2009

Mario Adorf

Ordensritter 2009

Ritterschlag für den Schattenmann. Er kam, sah und siegte: Mario Adorf begeisterte als Narr, der seine Narrenfreiheit voll auskostete und den Großen dieser Welt den Spiegel vors Gesicht hielt.

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2008

Fürstin Gloria von Thurn und Taxis

Ordensritterin 2008

Sie riss die Karnevalsgesellschaft mit ihrer launigen Rede über Gleichberechtigung von den Stühlen. „Welcome Powerfrau – Schneewittchen ade!“ rief sie aus und entledigte sich gekonnt ihres Prinzessinnenlooks.

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2007

Joachim Hunold

Ordensritter 2007

Auch bei Fehlern geht der Pilot nicht gleich in die Luft. „Wenn man etwas falsch gemacht hat, es aber nicht mehr ändern kann, dann kann man darüber nur noch herzhaft lachen. “

2006_merz

2006

Friedrich Merz

Ordensritter 2006

Mit ihm bekommt das Wort ‚Vergnügungssteuer‘ eine neue Bedeutung. Sein Vorschlag, Steuererklärungen auf Bierdeckeln abzugeben, entspannt die verzerrten Züge des Steuerzahlers und gibt ihm ein menschliches Gesicht zurück

2005_lehmann

2005

Karl Kardinal Lehmann

Ordensritter 2005

Sein Vorname bedeutet im Althochdeutschen „freier Mann“, und diesem Wortsinn ist er im Laufe seiner beeindruckenden Karriere oft gerecht geworden: „Ich möchte meinen Weg gehen, ob gelegen oder ungelegen.“

2004_scherff

2004

Dr. Henning Scherf

Ordensritter 2004

Allüren sind dem Nordlicht fremd. Er trinkt heißes Wasser statt Kaffee oder Bier, fährt Fahrrad statt Dienstlimousine; sein Hang zum Unkonventionellen ist sein Markenzeichen.

2003_wiedeking

2003

Dr. Wendelin Wiedeking

Ordensritter 2003

Spitzbübisch beruhigte der forsche Porsche-Primus die Konkurrenz: „Ja, ich weiß, liebe Wettbewerber, auch Ihr baut schöne Automobile. Aber so wenig Nutzen wie ein Porsche kann so schnell keiner in die Waagschale werfen“ (manager magazin).

2002_borer

2002

Dr. Thomas Borer

Ordensritter 2002

Dem klassischen Bild eines Diplomaten entspricht er wenig – bei Thomas Borer ist man vor keiner Überraschung sicher. „Botschafter
Lustig“ nennen ihn Schweizer Kritiker, die deutsche Presse kommentiert hingegen begeistert den Bogen vom Alphorn nach Hollywood
(Süddeutsche Zeitung).

2001_westerwelle

2001

Dr. Guido Westerwelle

Ordensritter 2001

Fit for fun ist der Bundesvorsitzende der FDP zu jeder Gelegenheit. Als muskelbepackter Mister 18 Prozent hatte Guido Westerwelle im Aachener Narrenkäfig alle Fitnessfreaks und Frohnaturen auf seiner Seite. In seiner olympiareifen Disziplin, dem Wortwitz, demonstrierte er eindrucksvoll die wohltuend befreiende Wirkung närrischer Westerwellness.

2000_stoiber

2000

Dr. Edmund Stoiber

Ordensritter 2000

Auch als Narr machte Edmund Stoiber, bayerischer Ministerpräsident und CSU-Vorsitzender, Ernst. Mit todernster Miene klagte er:“Der Humor ist mir verreckt“. So trat er im Aachener Narrenkäfig erfolgreich an, „das Schaukelpferd des Sarkasmus einzufangen und ihm den Sattel der Ironie überzuwerfen“.

1999_kornblum

1999

John Kornblum

Ordensritter 1999

Der Botschafter der Vereinigten Staaten von Amerika setzt im politischen Alltag erfolgreich auf eine ganz besondere Strategie: Humor. Als Cowboy im Narrenkäfig machte er ernst: Statt zum Colt zu greifen, hielt er dem Gastland den Spiegel vor. Mit virtuosen Sprachspielen, genüßlich ausgeschöpfter Situationskomik und pointierter Witzelei über die amtierenden Politiker bewies er die Verwandtschaft von Diplomatie und Narretei.

1998_simonis

1998

Heide Simonis

Ordensritterin 1998

Die damalige Ministerpräsidentin Schleswig-Holsteins trat als dritte Frau in den Aachener Narrenkäfig: Als wortgewaltige rote Freibeuterin von der Ostsee trat die sturmerprobte Regierungschefin aus dem Norden an. Gewohnt scharfsinnig, unkonventionell und herzlich eroberte sie auch in Aachen ihr Publikum.

1997_waigel

1997

Theo Waigel

Ordensritter 1997

Der Bundesfinanzminister bewies als „Theo gegen den Rest der Welt“ in Zeiten von Steuerreform, Sparpaketen und Erfüllung der Maastrichter Konvergenzkriterien unerschütterlichen Humor und Schlagfertigkeit. Als „Raubritter Theodor mit der Lizenz zum Aussäckeln“ machte er im Aachener Narrenkäfig sogar internationale Schlagzeilen.

1996_henrichs

1996

Bernard Henrichs

Ordensritter 1996

Der Kölner Dompropst leistete Fürbitte im Hohen Dom für einen stadtbekannten Sünder aus dem Milieu zum Dank für dessen Hilfe bei der Wiederbeschaffung eines gestohlenen Domschatz-Kreuzes.

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1995

Heiner Geißler

Ordensritter 1995

Als „Hofnarr“ der Union hält der stellvertretende CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende seinen Parteifreunden den Spiegel vor: „Narren sind die wahren Humanisten. Sie lieben die Menschen, und nur deshalb dürfen sie ihnen auch wehtun.“ Seine unbequemen Wahrheiten, die manchmal provozieren, finden daher oft das augenzwinkernde Einverständnis der Getroffenen.

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1994

Renate Schmidt

Ordensritterin 1994

„Mut zur Menschlichkeit“ charakterisiert die frühere Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages. Aus vollem Herzen lachen zu können, ohne sich zum Narren zu machen, und weinen zu können, ohne ein Clown zu sein: Die beiden Seiten der Renate Schmidt und des Ordens WIDER DEN TIERISCHEN ERNST.

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1993

Ruud Lubbers

Ordensritter 1993

Der niederländische Regierungschef erfand das perfekte Inkognito: Im Maastrichter Karneval mischte er sich mit seiner eigenen Maske unter das närrische Volk. Motto: „Damit mich keiner erkennt, muss ich so aussehen wie ich selbst.“

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1991/92

Jack Lang

Ordensritter 1991/92

Als französischer Kulturminister war er der Paradiesvogel im Pariser Kabinett. Der Juraprofessor und Theaterdirektor schaffte es, eine ganze Nation zu unterhalten, indem er die Welt als Bühne und die Politik als eine besondere Form von Theater sah.

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1990

Lothar Späth

Ordensritter 1990

Das schwäbische Cleverle, damals hauptberuflich Ministerpräsident von Baden-Württemberg, profilierte sich als pfiffiger Zugführer der schwäb’schen Eisenbahn, die unter ihm zu einem Transrapid mutierte.

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1989

Franz-Josef Strauss

Ordensritter 1989

Der bayerische Ministerpräsident stand als politisches Original im sauren Wald der angepaßten Polit-Fichten sturmerprobt als knorrige Eiche. Intellektuelle Schärfe paarte sich bei ihm mit rauflustiger Kumpelhaftigkeit. Der „bayerische Hof“ unter FJS war das einzige bekannte Beispiel dafür, daß jemand beides zugleich sein kann: Herrscher und Narr.

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1988

Prof. Dr. Gertrud Höhler

Ordensritterin 1988

Die Professorin für allgemeine Literaturwissenschaft, erste Ordensritterin, propagierte den Einsatz des Lachens als humane Strategie. Ihr Motto: „Wissen kann man nur vermitteln, wenn man unterhält.“

1987_everding

1987

August Everding

Ordensritter 1987

„Schlaugust“ verfügt über Witz, Ironie, Esprit und komödiantenhaften Schalk, ohne jemals zu vergessen, daß Humor eine Sache des Herzens ist. Als Generalintendant der Bayerischen Staatstheater verband er Kunst und Kommerz, Managertum, Pädagogik und Glauben in sich. Niemand ist so herrlich harmonisch und gleichzeitig kontrovers wie er.

1986_rau

1986

Johannes Rau

Ordensritter 1986

„Bruder Johannes“ oder „der gute Mensch aus Wuppertal“- so wurde der nordrhein-westfälische Ministerpräsident und spätere Bundespräsident gerne genannt. Als bibelfester Mann vereinte er mit milder Ironie und leisem Humor die beiden Rollen Landesvater und Regierungschef.

1985_bluem

1985

Dr. Norbert Blüm

Ordensritter 1985

Im Kabinett Kohl war der Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung eine der farbigsten und eigenwilligsten Persönlichkeiten. Dem ständigen Balanceakt zwischen vielen Stühlen wurde er mit Beharrlichkeit und Heiterkeit gerecht.

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1984

Friedrich Nowottny

Ordensritter 1984

Der Mann vom „Bericht aus Bonn“ verstand es, als Moderator auf deutschen Bildschirmen zu der Erkenntnis beizutragen, dass auch „hohe Tiere nur Menschen sind“. Er teilte seine Interviewpartner in zwei Gruppen ein: Austern – schwer zu knacken aber ertragreich – und Heiße – Luft – Produzenten.

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1983

Bernhard Vogel

Ordensritter 1983

Als Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz nahm er durch seinen subtilen Humor auch politische Gegner für sich ein. In der zum „Vogelhaus“ umbenannten Staatskanzlei veran-staltete er „närrische Vogelschauen“ für „gefiederte Freunde aller Farbschattierungen“.

1982_rommel

1982

Manfred Rommel

Ordensritter 1982

Der Stuttgarter Oberbürgermeister, Musterbeispiel eines Philosophen, verbindet die schwäbische Mentalität mit hintergründigem Humor. So etwa in dem Vergleich der Maultasche mit politischen Programmen: Sie quillt im Magen auf und lässt für anderes nur wenig Platz.

1981_ketzer

1981

Heinz Werner Ketzer

Ordensritter 1981

Der wegen seiner humorvollen Predigten weit über Köln hinaus bekannte Dompropst war ein klassisches Beispiel für die Vereinbarkeit kirchlicher Autorität mit rheinischem Frohsinn.

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1980

Richard Stücklen

Ordensritter 1980

Der AKV nahm den Bundestagspräsidenten beim Wort, der in seiner Antrittsrede den Parlamentariern mehr Humor in politischen Debatten empfohlen hatte, getreu seiner Maxime: „Humor ist der Mutterboden der Demokratie“.

1979_genscher

1979

Hans-Dietrich Genscher

Ordensritter 1979

Der verschmitzte Außenminister hätte den Orden gleich mehrfach verdient. Er erhielt ihn jedoch als Dienstherr des real nicht existierenden Ministerialdirigenten Edmund Draeker, dessen Kapriolen das Auswärtige Amt bis heute in Atem halten.

1978_kishon

1978

Ephraim Kishon

Ordensritter 1978

Der israelische Schriftsteller machte besonders das Spannungsfeld Bürger – Behörde zum Thema seiner satirischen Betrachtungen.

1977_broger

1977

Raymond Broger

Ordensritter 1977

Der Landammannes des Kantons Appenzell-Innerrhoden wehrte sich gegen irrige Vorlagen statt mit Hand und Fuß mit dem Kopf. Für seine humorigen Geistesblitze erhielt er im Ständerat die größten Lachsalven.

1976_heeremann

1976

Constantin Heereman von Zuydwyck

Ordensritter 1976

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes bewies, dass man auch als Lobbyist handfeste Interessen mit Humor vertreten kann. Herzhaft sein Kern, die Schwarte rauh, nobel das Etikett.

1975_gredler

1975

Wilfried Gredler

Ordensritter 1975

Der österreichische Botschafter komponierte diplomatische Sonaten und verlieh mit seinem Wiener Esprit nicht nur dem Europarat rhetorischen Glanz.

1974_scheel

1974

Walter Scheel

Ordensritter 1974

Dem Außenminister, der sich selbst als „Scheel mit dem Eulenspiegelblick“ bezeichnete, gelang es stets, auf dem schwierigen diplomatischen Parkett mit rheinisch-fröhlicher Offenheit der Freiheit eine Gasse zu schaffen.

1973_pope

1973

Lance Pope

Ordensritter 1973

Der britische Botschafter, der als Englishman so plattelte und jodelte, dass waschechte Bayern neidisch wurden, verband den sprichwörtlichen englischen Humor mit deutscher Fröhlichkeit.

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1972

Helmut Schmidt

Ordensritter 1972

Als Verteidigungsminister erlaubte er den Soldaten die damals modische Haarlänge. Sein „German Hair Force“-Erlaß ging in die Geschichte der Bundeswehr ein.

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1971

Franz Xaver Unertel

Ordensritter 1971

Landwirtschaftsminister der eine (Ertl), Abgeordneter der andere (Unertl), waren sie ein urbayerisches Dioskurenpaar, das mit viel Mutterwitz Heiterkeit in die Bundestagsdebatten brachte.

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1970

Denis W. Healey

Ordensritter 1970

Zahlreiche Anekdoten zeugen von dem schier unerschöpflichen Vorrat an Bonmots des Schatzkanzlers Ihrer Majestät auf dem internationalen politischen Parkett.

1969_hoecherl

1969

Hermann Höcherl

Ordensritter 1969

Der Bundeslandwirtschaftsminister war das Politoriginal seiner Zeit. Von seinem Dienstherrn Adenauer als „Schlitzohr“ und „Bauernspitz“ tituliert, war er leiblichen Genüssen durchaus zugetan. Selbst ewige Nörgler und Zweifler verstand er mit spöttischer Freude für sich einzunehmen.

1968_haekkerup

1968

Per Haekkerup

Ordensritter 1968

Der dänische Landwirtschaftsminister ließ sich wegen seiner Leibesfülle als erster Ritter mit Käse aufwiegen. Bodenständiger Humor, kluger Witz und gesunder Menschenverstand zeichneten ihn aus.

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1967

Karl-Günther von Hase

Ordensritter 1967

Auf dem glatten Parkett der Bundespressekonferenzen meisterte der „Bundespressechef“ selbst schwierigste Situationen durch Selbstironie, beredtes Nichtssagen und entwaffnende Schlagfertigkeit.

1966_quaroni

1966

Pietro Quaroni

Ordensritter 1966

Der Präsident der Radio Televisione Italiana erhielt den Orden für sein Wirken als „lachender Diplomat“ – ein Titel, den er sich durch seine Bücher und viele Anekdoten in seiner Botschafterzeit erwarb.

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1965

Paul Mikat

Ordensritter 1965

Der nordrhein-westfälische Kultusminister, Geisteswissenschaftler und Professor für Staatsrecht, begrüßte bei Festversammlungen illustre Gäste nicht namentlich, sondern spitzzüngig: „Meine lieben Titel…“. Dass er seinen Humanismus in allen Lebenslagen praktiziert, zeigte sich auch daran, dass er bei einem Pferderennen nur deshalb auf „Mercurius“ setzte und gewann, weil dieser einen lateinischen Namen hatte. Sein Fazit: „Da sehen Sie den Wert des Humanismus!“

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1964

Ewald Bucher

Ordensritter 1964

Der Bundesjustizminister glossierte in den von ihm herausgegebenen „Blauen Briefen der Bundesregierung“ mit geistreicher Ironie die Bonner Politszene.

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1963

Henry Chauchoy

Ordensritter 1963

Der Professor erwarb sich als Kulturbeauftragter der französischen Besatzungsmacht Meriten in der Mainzer Bütt. Seine Maxime: „Karneval ist für die Deutschen heilsam, weil sie den Behörden etwas am Zeug flicken und durch Lachen den Untertanengeist mindern können.“

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1962

Rochus Spieker

Ordensritter 1962

Der Dominikanerpater war als humorvoller, streitbarer Kanzelredner, Publizist und Drehbuchautor ein moderner Nachfahre des Abraham a Santa Clara.

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1961

Bruno Kreisky

Ordensritter 1961

Der österreichische Außenminister parierte den Wunsch der über München verärgerten Stadt Burgau nach Anschluss an Österreich mit brillant-witziger Diplomatie.

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1960

Rudolf Eberhard

Ordensritter 1960

Als höchst unkonventioneller und unbürokratischer bayerischer Finanzminister trat er in München öffentlich als Raubritter auf und regte ein „Trostbüchlein“ für Steuerzahler an.

1-A211-B1960-3Konrad Adenauer / Foto um 1960Adenauer, Konrad Politiker (CDU), Bundeskanzler 1949-63, Koeln 5.1.1876 - Bad Honnef-Rhoendorf 19.4.1967. Portraetaufnahme, um 1960.E: Konrad Adenauer / Photo c.1960Adenauer, Konrad Politician (CDU), Chancellor 1949-63, Colognen 5.1.1876 - Bad Honnef-Rhoendorf 19.4.1967. Portrait photo, c.1960.

1959

Konrad Adenauer

Ordensritter 1959

Der Bundeskanzler war ein Meister der Vereinfachung: mit wenigen aber treffenden, kölschen Worten erklärte er die Probleme der Nation. Er war der Prototyp des rheinischen Humorikers und fröhlichen Spötters, der auch über sich selbst lachen konnte.

1958_schmid

1958

Carlo Schmid

Ordensritter 1958

Der Bundestagsvizepräsident wurde als einer der geistreichsten und schlagfertigsten Redner ausgezeichnet. Damit wurde sein philosophischer Esprit gewürdigt, mit dem er die Debatten auf ein bis heute nicht wieder erreichtes Niveau hob.

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1957

Max Becker

Ordensritter 1957

Der Vizepräsident des Deutschen Bundestages pflegte ausländische Gäste mit Herz, Witz und Humor zu begrüßen. Die provisorische Bundeshauptstadt erklärte er ihnen so: „Bonn ist die Oase, in der die Regierungskarawane vorübergehend lagert auf ihrem Weg zum endgültigen Ziel Berlin.

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1956

Willem Baron Michiels van Kessenich

Ordensritter 1956

Der Bürgermeister von Maastricht entwaffnete durch ein humorvolles Telegramm den Kriegsminister, der einen Fußballplatz beschlagnahmen wollte. Der General kapitulierte mit Humor vor dem Humor.

1955_dresbach

1955

August Dresbach

Ordensritter 1955

Dem Bundestagsabgeordneten gelang es, bei einer durchaus ernsthaften Debattenrede laut Protokoll 46 mal „Heiterkeit“ oder sogar „stürmische Heiterkeit“ hervorzurufen.

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1954

Leo M. Goodman

Ordensritter 1954

Der US-Chefrichter in der Bundesrepublik begründete ein Urteil gegen eine Deutsche und einen Italiener, die sich wegen einer Portion Ravioli mit einem Amerikaner geprügelt hatten, juristisch brillant und umwerfend kabarettistisch.

1953_sachs

1953

Hans Sachs

Ordensritter 1953

Als Staatsanwalt identifizierte er sich in Nürnberg mit seinem berühmten poetischen Namensvetter, indem er eine ihm zugesandte Schmähschrift auf Bundeskanzler Adenauer mit Knittelversen im Stil des Schuster-Poeten an den Kläger nach Bonn zurücksandte.

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1952

Jules von Jouanne

Ordensritter 1952

Der damalige Regierungsrat ließ in der Eulenspiegel-Stadt Mölln den versammelten deutschen Finanzministern die festlich gedeckte Tafel wieder abräumen und Eintopf servieren. Begründung: „Schleswig-Holstein ist arm“.

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1950

James Arthur Dugdale

Ordensritter 1950

Er war der erste Ordensritter “WIDER DEN TIERISCHEN ERNST“ ­ und war es, tierisch ernst genommen, auch wieder nicht. Als er am 15. Februar 1950 vom Aachener Karnevalsverein (AKV) in seiner Wohnung an der Colynshofstraße 43 ausgezeichnet wurde, gab es den Orden im heutigen Sinne “für Humor und Menschlichkeit im Amt“ noch gar nicht. Trotzdem verzeichnet die Ritter-Chronik des AKV James Arthur Dugdale als Nummer eins, weil mit ihm alles angefangen hat. Die Geschichte, wie er zu dem Orden kam – damals noch der “normale“ AKV-Sessionsorden – erzählte 1998 er dem AKV-Ehrenpräsidenten Georg Helg aus seiner Erinnerung. Als Anklagevertreter der britischen Besatzungsmacht war er 1950 für alle Fälle zuständig, in die Soldaten der Alliierten verstrickt waren. Ein “29 Jahre alter Beifahrer aus Stolberg“, so die Chronik, war wegen Belästigung eines belgischen Sergeanten Anfang Februar 1950 zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt worden. Er hatte bei einer Kneipen-Rangelei weit nach Mitternacht dem Vertreter der Obrigkeit gedroht: “Ich schlag dich kaputt, Du musst sterben.“ Die Strafe musste er allerdings nur bis zum 18. Februar, einem Karnevalssamstag, absitzen. Begründung des damaligen Staatsanwalts am Niedergericht der Kontrollkommission, James Arthur Dugdale: Karneval sei im Rheinland ein hohes Fest, und der Delinquent solle Gelegenheit haben, dabei mit zu feiern. Was für Dugdale auch eine Rolle spielte: Der Delinquent war gerade aus Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt, die Auseinandersetzung wertete er als „Streit unter Kameraden“. Der damalige AKV-Präsident Jacques Königstein schrieb, als diese Geschichte per Zeitung bekannt wurde, sofort einen Brief an Dugdale: “In Anerkennung des von Ihnen bewiesenen Verständnisses für den Aachener Karneval erlaubt sich der Elferrat des AKV, Ihnen den diesjährigen Orden zu verleihen.“ Wie gesagt: Von da bis zum Orden “WIDER DEN TIERISCHEN ERNST“ verging noch einige Zeit: Erst 1954 erhielt der US-Richter Leo M. Goodman die Auszeichnung in der heutigen Form. Zu James Arthur Dugdale, der Aachen und Deutschland am Aschermittwoch 1950 verlassen hatte, hatte der AKV Jahrzehnte lang keinen Kontakt, ­ bis sich der Verschollene 1998 per E-Mail meldete. Im Internet hatte er die Oecher Jecken wieder entdeckt. Seitdem war er bis zu seinem Tod im Juni 2003 regelmäßiger Gast des AKV. Ein Gentleman, der trotz seines hohen Alters erstaunlich standfest war, auch nachts um drei.