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Erlebte Automobilgeschichte vom Feinsten bei der 9. AKV Benefiz-Oldtimer-Rallye

 

Wer sich bis zum Freitag vergangener Woche noch nicht von der Schönheit eines Oldtimerschätzchens beeindrucken ließ, geriet spätestens an diesem Tag ins Schwärmen, als 123 liebevoll gepflegte Pkw mit beachtlichem Alter zu Füßen des Eäzekomp über die Startpiste rollten. Kenner dieser automobilen Zeitzeugen des vorigen Jahrhunderts nutzten bereits ausgiebig die Gelegenheit auf dem Katschhof, die dort zuvor geparkten Oldies zu betrachten und mit Kennern darüber zu fachsimpeln. Dass der Zuschaueransturm in diesem Jahr etwas geringer als bisher war, lag eindeutig am Rallyetermin, dem Wochenende vor Pfingsten. Mit einem Grußwort hatte AKV-Präsident Dr. Werner Pfeil die zweitägige 9. AKV Benefiz-Oldtimer-Rallye zu Gunsten der Sammlung Crous eröffnet. Er dankte dabei allen Sponsoren und Ehrenamtlern, deren Mitwirken auch in diesem Jahr wieder zum Gelingen beiträgt.

 

Doch es ging nicht nur um Präsentation an diesem Nachmittag, sondern auch um einen ersten Leistungstest, den es bei der Karlsprüfung als ein Zusammenspiel zwischen Fahrer, Beifahrer und dem edlen Gefährt zu demonstrieren galt. Kaum von der Rampe herabgerollt, passierte der Wagen eine Lichtschranke, wurde dann durch Linksabbiegen auf eine 60 Meter lange Gerade zur zweiten Lichtschranke dirigiert, was innerhalb von nur 8,00 Sekunden zu meistern war. Achim Krott, gab als souveräner und profilierter Moderator hierzu den heißen Tip mit auf den Weg: „Erst Gas geben, dann verlangsamen und zuletzt wieder beschleunigen“. Eine Hundertstel Sekunde gab den Ausschlag. So erreichten Michael Berg und Alexander Berg mit ihrem Ferrari 365 GT, Baujahr 1972, mit 8,01 Sekunden das beste Ergebnis und erhielten am Folgetag, beim abschließenden Empfang in der Aula Carolina, auch den anlässlich des ersten Jahrgedächtnisses gestifteten Paul-Hubert Schmitz-Gedächtnispokal.

 

Auf große Tour ging es dann am Samstagvormittag um zehn Uhr. Erstmals hatte Hans Keller, selbst international erfahrener Rallyeteilnehmer, die 160 Kilometer lange Strecke erarbeitet. Sie führte über Simpelveld, Kerkrade, Herzogenrath, Baesweiler, Weisweiler, Schevenhütte und Roetgen zurück zum Markt. Die Wertung erfolgte in vier Klassen und fanden unterwegs neun Prüfungen statt, wobei die Lousberg-Prüfung die schwierigste war. Voller Bewunderung umringten die Zuschauer aller Altersklassen die Rampe und verdankten dem redegewandten Moderatorenteam Achim Krott und David Lulley ein gerüttelt Maß an Informationen zu sieben Jahrzehnten Automobilbau. Klangvolle Namen, vom Ferrari, über Mercedes, eine „Porsche-Amada“, Triumph, Renault und Jaguar waren das eine. Die technischen Besonderheiten an PS „unter der Haube“ das andere. Ein Chrysler, Typ Imperial, Baujahr 1927 war das älteste Auto. Zu den Promis der Rallyeteilnehmer gehörte auch Aachens designierter Prinz Karneval Mike I. Foellmer, der zusammen mit Alwin Fiebus in einem Opel Kapitän, Baujahr 1958 unter der Startnummer 11 – wie sollte es auch anders sein – durch die Lande fuhr.

 

Für die Daheimgebliebenen gab es drei Möglichkeiten selbst ein Fahrzeug zu besteigen, wenn auch etwas anderer Art. So gab es auf dem Markt einen Parcour mit innovativen E-Bikes zum ausprobieren. Wieder andere hatten die Möglichkeit in einem Oldtimerbus Stadtrundfahrten zu unternehmen oder in einer gewaltigen Zugmaschine der Firma Schumacher – Lager + Logistik auf das Rallyegeschehen herabzublicken. Bei Josef Schumacher selbst hatte die Gesamtorganisation gelegen, die er mit einem starken Team von Ehrenamtlern und AKVern meisterte. Immer wieder gab es beim abschließenden Empfang in der Aula Carolina mit der Auszeichnung erfolgreicher Rallyeteilnehmer anhaltenden Beifall. Gesamtsieger auf Platz Eins waren mit der Startnummer 27 Martin Landrock und Carina Grabowski-Landrock mit ihrem Porsche 911 SC Targa. Es war ihre vierte Teilnahme an einer AKV-Oldtimer-Rallye.

 

Von Jutta Katsaitis-Schmitz

Die Platzierungen:

Klasse A

Klasse B

Klasse C

Klasse D

Unsere Bilder zur Rallye: