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Durch "Strafflaschen" für kleine Alltagssünden der Erwachsenen werden Kinder in Not finanziell unterstützt!

AKV-Elferrat und Beirat übergaben Spendenscheck über 2618.10 Euro an Verein Nele und Hanns Bittmann e.V. - Hilfsfonds für Kinder in Not in der Region Aachen

Auch kleine Alltagssünden können letztlich noch etwas Gutes bewirken. So übergaben jetzt der AKV-Elferrat und sein Beirat einen Scheck über den stolzen Betrag von 2618.10 Euro an den Verein „Nele und Hanns Bittmann e.V. - Hilfsfonds für Kinder in Not in der Region  Aachen". Die Summe häufte sich aus „Strafflaschen" an, die die Elferräte und Beiräte sowie die beiden AKV-Geschäftsführer, Dietmar Werner und Patrik Hoesch, in den vergangenen zwölf Monaten für kleine „Vergehen" zu berappen hatten. „Eine Strafflasche entspricht dem Betrag von fünf Euro", klärte AKV-Vizepräsident Dr. Norbert Königs bei der Scheckübergabe an den Schriftführer des Vereins, Frank Prömpeler, auf. Es war der damalige AKV-Präsident Helmut A. Crous, der in den 70er Jahren die „Strafflaschenordnung" eingeführt hatte. „Einerseits wollte er damit den internen Frieden im Aachener Karnevalsverein fördern und andererseits die karnevalistische Arbeit vorantreiben", so Königs.

Strafflaschen werden verhängt, wenn zum Beispiel die Kleiderordnung nicht eingehalten oder ein „schmutziges" Wort gesagt wird, jemand zu spät kommt oder unentschuldigt fehlt. „Ist als Dresscode bei repräsentativen Auftritten das ‚große Ornat' angesagt und die Lackschuhe fehlen, kostet das fünf Euro", sagte der AKV-Vize. Zum gleichen Preis gebe es aber ebenso auch „Freudenflaschen". Sei es bei der Verleihung eines Sonderordens oder einer Auszeichnung für ehrenamtliches Wirken. Bei manchem kommen da durchaus schon 100 bis 400 Euro im Jahr an „Strafflaschen" zusammen. Der Mann, der darüber von einem Elften im Elften bis zum nächsten Elften im Elften Buch führt, ist AKV-Beirat Willy Kick. Er kennt da noch weitere Quellen der Straf- und Freudenflaschen: „Wird jemand neuer Beirat, kostet das elf Flaschen, rückt er als Elferrat auf, erhöht sich der Obolus". Einmal im Jahr werden dann auch die „Quotensieger" mit der höchsten Flaschenzahl, dem häufigsten Zuspätkommen beziehungsweise den meisten Schimpfworten mit einer „hässlichen Blume" prämiert, die zu Hause auch sichtbar aufgestellt werden muss. Das wiederum wird strengstens kontrolliert und bringt neue Strafflaschen, wenn sie nicht zu finden ist.

Frank Prömpeler, nicht nur der Schriftführer des Vereins, sondern selbst auch Ex-Tollität 2008,  nahm das alles erfreut zur Kenntnis, kommen diese Strafgelder doch nun den Schützlingen des „Nele- und Hanns Bittmann Vereins" zugute. Er ließ noch einmal die Entstehungsgeschichte des Hilfsfonds Revue passieren. Aber wer kennt sie nicht, die muntere Sängerschar der „Jonge vajjen Beverau" mit ihren mitreißenden Liedern im Öcher Sound. Hervorgegangen waren sie aus dem Hofstaat des beliebten Ex-Karnevalsprinzen 2001 Hanns I. Bittmann. Während seiner Session hatte sich zwischen ihnen eine beispielhafte Männerfreundschaft entwickelt. Als Gesangsgruppe „de Jonge vajjen Beverau" erlebten sie dann 2003 ein Comeback und traten ausschließlich für einen guten Zweck zugunsten der AZ-Aktion „Menschen helfen Menschen" auf. Als Hanns Bittmann dann im April 2006 mit seiner Frau Nele auf der Fahrt in den Urlaub tragisch verunglückte, beschlossen sie, das Engagement fortzusetzen und gründeten noch im September des gleichen Jahres  den Verein „Nele und Hanns Bittmann e.V. - Hilfsfonds für Kinder in Not in der Region Aachen". Seitdem wurden diesem Fonds annähernd 200 000 Euro zugeführt. Zum einen durch die Auftritte der „Jonge vajjen Beverau" sowie durch Spendengelder, wie diesmal nun vom AKV-Elferrat und -Beirat.

„Alle Gelder kommen 1 zu 1 - ohne Abzug von Verwaltungskosten - den Kindern zugute, die durch den familiären, sozialen Status einer Förderung bedürfen", so Prömpeler. Sei es durch die Finanzierung von Schulbüchern, Schulranzen, von Nachhilfestunden  oder Klassenfahrten, von Musikinstrumenten oder Musikunterricht. Hinweise darauf, wo Hilfe Not tut, erhält der Verein vom Kinderschutzbund, Schulen, Lehrern, Kinderärzten, Sozialdienst katholischer Männer und Frauen sowie auch von Betroffenen selbst. „Es ist eine große Freude, wenn die Kinder uns dann beispielsweise schreiben, dass sie durch Nachhilfeunterricht versetzt worden sind oder nun sogar ein Gymnasium besuchen können", berichtete Prömpeler.

Jutta Katsaitis-Schmitz