Ritter des Ordens WIDER DEN TIERISCHEN ERNST 2011
Von Superstar bis Rumpelstilzchen: Als Gegenentwurf des gängigen Politikers sammelt Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg Titulierungen wie andere Briefmarken. Er selbst sieht das gelassen, denn Popularität ist nicht sein Maßstab (Münchener Merkur) und Kritik nimmt er mit Humor (Rheinischer Merkur). Was er anfasst, gelingt (FAZ). Smart und stark sorgt er für Glanz im grauen Politikeralltag. Klarer Fall für höhere Weihen, munkeln die Medien und sehen in ihm bereits den künftigen Kanzler. Die Zeichen dafür stehen gut, denn der Aachener Karnevalsverein (AKV) macht schon mal den Weg frei: Mit der Verleihung des 61. Ordens Wider den Tierischen Ernst rückt er den unkonventionellen Freiherrn an die Seite von Konrad Adenauer und Helmut Schmidt.
Drei Karrieresprünge binnen Jahresfrist - CSU-Generalsekretär, Bundesminister für Wirtschaft und Technologie sowie Bundesminister der Verteidigung - verleihen dem blaublütigen Befürworter der klaren Kante nicht nur in bayerischen Bierzelten Kultstatus (Bild).
Ob Platons Politeia oder Grimms Märchen - der Mann ist umfassend textsicher und konterte als Verteidigungsminister die verbale Märchenfigur-Attacke mit dem Verweis auf deren für ihn leider unerreichbares Talent, aus Stroh Gold spinnen zu können. „Mir ist vor allem wichtig, ich selbst zu bleiben" lautet sein Credo, das ihm die Herzen der Menschen öffnet. Mit Tatendrang und Tacheles bringt er Politikerkollegen ins Schwitzen und Bürger zu Begeisterungsstürmen. Sich selbst nimmt er erfrischend wenig wichtig. Seine neun Vornamen - Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Jakob Philipp Franz Joseph Sylvester - und den nicht minder noblen Nachnamen - Freiherr von und zu Guttenberg - verkürzt er auf ein knackiges Karl-Theodor zu Guttenberg. Neben vorbildlicher Volksnähe auch ein Akt schlitzohriger Selbstverteidigung, denn nur „mit einigem Holpern" würde er es nach eigenem Bekunden schaffen, den Namensbandwurm in der richtigen Reihenfolge aufzuzählen (Focus). Klischees will er mit Leistung begegnen und sich an seinen Worten messen lassen.
Heiter kommt weiter
Mit subtilem Humor wahrt Deutschlands beliebtester Politiker spöttisch Distanz zu den Politikschaffenden (Focus). Die Nachricht, dass er CSUGeneralsekretär werde, entnahm er nach eigenen Worten „morgens um Sieben nach gutem Schlaf den Nachrichten" (Bild). Schelmisch überlässt er dem Zuhörer den gedanklichen Brückenschlag, dass bis dahin für ihn - frei nach dem Roman von Eric Malpass - die Welt noch in Ordnung war. Als Wirtschaftsminister verbreitete er in Zeiten der Krise pragmatischen Optimismus: „Wenn einem das Wasser bis zum Hals steht, ist es außerordentlich ungesund, den Kopf hängen zu lassen." Auf dem New Yorker Times Square ließ er sich in Siegerpose ablichten und entgegnete Kritikern entwaffnend: „Hätte ich lieber in eine dunkle U-Bahn-Station oder auf den Zentralfriedhof in Wien gehen sollen?" (Spiegel).
Als Verteidigungsminister lud er die in Davos versammelte Wirtschaftselite zum Frühstück und beschied dem ebenfalls eingeladenen, aber über Guttenbergs Vorpreschen verärgerten Wirtschaftsminister Rainer Brüderle: „Da muss man nicht die beleidigte Leberwurst spielen."
Hauptsache authentisch
Politik versteht er in des Wortes wahren Sinne als Dienst-Leistung und wirbelt deshalb nicht nur mit den Rotoren seines Luftwaffen-Helikopters Staub auf (Rheinischer Merkur). Vor heiligen Kühen hat er ebenso wenig Angst wie vor verstaubten Steppen oder weltweiten Wirtschaftsbossen. Politikverdrossenheit wertet er als Verdrossenheit über Politiker (Focus). Mit dem Mut, Position zu beziehen und auch Fehler einzugestehen, macht er Furore. Er spricht die Sprache seiner Zuhörer: einfach, einfühlsam und authentisch. Die Fähigkeit, über sich selbst zu lachen, macht ihn zum Überflieger, der das Kunststück vollbringt, nicht abzuheben.
Ritter von Humor und Adel
„Der kann Kanzler" lautet das einhellige Urteil von Medien, Menschen, Meinungsforschern. „Ein Ritter wie er im Buche steht", sagte sich der Aachener Karnevalsverein - gegr. 1859 e.V. und trug dem adeligen Oberfranken den 61. Orden WIDER DEN TIERISCHEN ERNST an. Mit dieser Auszeichnung reiht sich der fesch-forsche Freiherr in eine illustre Schar von international renommierten Preisträgern aus Kirche, Kultur, Politik und Wirtschaft ein. Der Orden würdigt Humor und Menschlichkeit im Amt und ist ein begehrter Kulturpreis, der seit 1950 in Aachen im närrischen Rahmen verliehen wird. Prominente Vorgänger im Ritteramt waren unter anderem Hans-Dietrich Genscher, Johannes Rau, Theo Waigel, Guido Westerwelle, Karl Kardinal Lehmann, Fürstin Gloria von Thurn und Taxis und Mario Adorf. Die Ordensverleihung durch den AKV mit dem neuen Präsidenten Dr. Werner Pfeil an der Spitze erfolgt am 19. Februar 2011 im Aachener Eurogress.
Die ARD überträgt die Festsitzung am 21. Februar 2011 von 20.15 bis 22.05 Uhr.