Nachrichten

Prinz Karneval Alwin I. und Märchenprinz Philipp I. eroberten die Herzen der Aachener im Sturm

So stürmisch wie am Elften im Elften ein kalter Wind über den Münsterplatz pfiff, so stürmisch eroberten auch die beiden designierten Aachener Narrenherrscher, Prinz Alwin I. Fiebus und Märchenprinz Philipp I. Lentzen, die Herzen ihrer närrischen Untertanen.
Doch bevor sie sich auf der Bühne der Auftaktveranstaltung "Vür wecke Öcher Jecke" des Stammtischs der Kommandanten und Präsidenten vorstellten, statteten sie nach altem Brauch zunächst im Weißen Saal des Rathauses Oberbürgermeister Marcel Philipp einen Besuch ab. Er verlieh beiden Tollitäten den traditionellen Printenorden.

„Mit Prinz Alwin I. haben wir eine sehr gute Wahl getroffen. Er liebt die Stadt Aachen, den Karneval und die Kinder“, stellte AKV-Präsident Dr. Werner Pfeil die designierte Tollität vor. Seit langem nimmt bei dem künftigen Narrenherrscher die akribische Vorbereitung auf das Amt als „Prinz va Oche“ soviel Zeit ein, als wäre es ein zweites Unternehmen. Und es spricht für seine Verbundenheit mit den Öcher Fastelovvendfans, wenn er inzwischen - bei einem Obolus von Zwanzig.11 Euro - für sein Prinzenjahr Mitglied in 35 Karnevalsgesellschaften geworden ist.

Als „Team der Session“ begrüßte OB Marcel Philipp die beiden Tollitäten und beim Shakehand mit dem designierten Märchenprinzen Philipp I. sagte er mit Augenzwinkern: „Philipp ist schon an sich ein guter Name“. Da brauchte es kaum noch der bewundernden Feststellung von AAK-Präsident Wilm Lürken, dass der sportliche Junge an der Kletterwand bereits den Höhenrekord von zwölf Metern hält. Und auch am 23. Januar 2011 geht es für ihn hoch hinaus: dann erklimmt er den Herrscherthron des 59. Aachener Märchenprinzen.

Angeführt vom Königlichen Spielmannszug Walhorn und fünf Prinzengardisten hoch zu Ross führte der Festzug mit den Fahnenträgern der Karnevalsvereine, den Honoratioren des Öcher Fastelovvends, dem prinzlichen Hofstaat und den beiden künftigen Narrenherrschern „de Kriem herab“ zum Münsterplatz zur Auftaktveranstaltung. Hunderte Öcher Jecke warteten hier bereits lange vor 11.11 Uhr. Ein eisiger Wind pfiff hier auf dem Münsterplatz, auf dem erstmals die fünfte Jahreszeit eingeleitet wurde. Doch was macht da der närrische Öcher? Er singt, klatscht im Takt und schunkelt sich warm, vergisst dabei die kalten Füße.

Die Öcher Stadtmusikanten taten mit zündenden Melodien das Ihre dazu: „Op dr Maat steäht dr Kejser Karel än wart op Fastelovvend“ stimmten sie voller Power an, später gefolgt von Alo Emonds, de Jonge vajjen Beverau, de Spetzbouve und Hans Montag mit seinem neuesten Hit: „Met Liiv än Siel hang ich an Oche“. Mit Glockenschlag elf Uhr erklomm das prinzliche Duo die Bühne. „Es ist kalt, kuschelt euch zusammen“, riet der „Prinz va Oche“ seinen Untertanen und sang sich mit seinem Hofstaat im Sturm in die Herzen der Öcher, die mit ihren bunten Hötcher oder Narrenkappen ein farbenfrohes Bild boten. Märchenprinz Philipp I. aber schlossen die Fastelovvendsjecke auf Anhieb ins Herz, als er in fließendem Öcher Platt sein Motto mitteilte: „Kenger senge met de Mösch en dr Öcher Märchebösch“.

OB Marcel Philipp war der Erste, der bei Alwin I. gegen eine Spende den Benefizorden zugunsten von Kindern in Not in der Region Aachen erwarb. Wie bekannt, wird dieser Orden nicht verliehen, sondern ausschließlich gegen eine Mindestspende von fünf Euro vergeben. Noch konnte Alwin I. Fiebus nicht ahnen, dass bis zum Abend bereits keiner der ersten 500 Benefizorden mehr zu kriegen war. Das sprichwörtliche Öcher Hazz hatte gesprochen!

Jutta Katsaitis-Schmitz