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Prinzenrentner mit Humor feierten ihre 12. Küchenparty: "Gans janz anders"

Die "Lennet-Girls" - eine musikalische Sensation für Aachen

Längst gilt die vom Exprinzenkorps im AKV am Elften im Elften veranstaltete Küchenparty "Gans janz anders" bei karnevalistischen Insidern zum Geheimtipp für geselliges Miteinander. Diesmal hatten die einstigen Narrenherrscher bereits zum zwölften Mal dazu eingeladen. 450 festlich gekleidete Gäste erlebten im Casino Aachen einen Abend karnevalistisch-heiterer Noblesse. Musikalische Unterhaltung in vielerlei Facetten war dabei Trumpf. Bereits beim Entree empfing Michels Combo mit Jazz, Pop und Karnevalsliedern die erwartungsvollen Besucher, die sogleich eine dekorative Partyschürze erhielten. Aus der Casino-Küche ließen verführerische Düfte lukullische "Hausmannskost" ahnen, zu der allerdings auch Austern, edle Fische, Hirschragout und Gänsekeulen zählten.

Kaum hatte AKV-Präsident Dr. Werner Pfeil die Festgesellschaft begrüßt, eröffnete sangesfreudig das bereits bekannte Ex-Prinzentrio: Marcus Quadflieg, Roger Lothmann und Frank Prömpeler den Abend mit seinem neuen Mottohit: „Gans janz anders“, im Sound einer Frank-Sinatra-Melodie. Zu vorgerückter Stunde wurde aus dem Trio ein komödiantisches Quartett, gesellte sich doch Ex-Prinz Dirk Chauvistré hinzu. „Wir woll’n Fritten met Mayonnaise“ stimmten sie in internationaler Maskerade an, als: Öcher Poliss mit Pickelhaube, holländisches Maisje,  Franzose und Spanier.

Dieser Auftritt passte so ganz zur Aktion des designierten Prinzen Karneval Alwin I. Fiebus und seines Hofstaats. An einem „Frittenstand“ produzierten sie lecker-leckere Fritten und begleiteten dabei eigenhändig den „Lebensweg einer Kartoffel“. Ein  Team schälte sie, ein anderes schnitt sie in Streifen, ein drittes frittierte, ein weiteres Team schließlich salzte und portionierte sie in „Prinzenmützen“, anstelle von Frittentüten. „Ich habe schon Blasen an den Händen vom Schälen“, beteuerte Hofstaatler und Ex-Prinz Thomas Ebert, denn der Absatz war reißend.

Wie sehr also hatte der eingeschworene Chor des Ex-Prinzenkorps recht, wenn er aus 25 sonoren Männerkehlen anstimmte:

„Wir waren Prinzen dieser Stadt,
wer hätte das jemals gedacht.
Ein Traum, der wurde Wirklichkeit,
und war es nur für kurze Zeit.
Jetzt sind wir im Prinzenkorps,
Prinzenrentner mit Humor.
Ohne Federn, ohne Zepter –
Einfach nur noch Prinzenkorps!“

Für Ex-Prinz Dirk Trampen (2010) war gleichzeitig der richtige Moment gekommen, um nun ebenfalls in das Ex-Prinzenkorps aufgenommen zu werden. Dazu erhielt er die Korpsmütze und die obligatorische, rote Schärpe.

Dann das Highlight der Küchenparty – eine musikalische Sensation, auf die Aachen seit langem wartete: es waren die „Lennet-Girls“ des AKV, die eine berauschende Premiere erlebten. Die drei aparten, charmanten Sängerinnen mit jugendlich-spritzigen Stimmen sind in der Musikszene keine Unbekannten und toppen sich nun als Trio: Andrea Schiffers ist u.a. als Frontfrau von „Night in Paris“ ein Begriff und sang bereits in der Rock- und Soul-Band „Pearls & Pigs“ mit Elke Sommer-Jöris gemeinsam, die heute zum Chor der Rock-Band „Voices“ gehört. Maira Malischewski singt in der Aachener Coverband „Playday“ und wurde durch Auftritte bei Jazzformationen und Jazzsessions auch in der Euregio bekannt.

Die „Lennet Girls“ sangen beliebte und bekannte Melodien der Gefühle, deren neue, Aachen bezogenen Texte aus der Feder von AKV-Vizepräsident Rolf Gerrards stammen. Für die Arrangements sorgten der AKV-Geschäftsführer Patrik Hoesch und Uwe Malischewski. Dicht drängten sich die Partygäste am Bühnenrand, ließen sich vom Zauber der Melodien und der Stimmen faszinieren, sangen und tanzten außer Rand und Band mit. Ob: „Vür sönd die Night-Wiver, Night-Wiver, senge, danze, fiere“, „Öcher Reän“ oder: „Öcher Fasteleer, das ist unsere Zeit“ – die Partygäste rockten ab.

Eine knappe Stunde vor Mitternacht - pünktlich um „11 Uhr 11“ - eroberte der designierte Prinz Alwin I. mit seinem Hofstaat die Bühne und stimmte, begleitet von seiner Prinzenband „Night in Paris“ an: „Ja, van dr Fastelovvendszitt ha vür so lang jedroumt“. Hinter ihm lag bereits der vielversprechende Start vom Vormittag, als er mit seinen Stimmungsliedern bei der Auftaktveranstaltung „Vür wecke Öcher Jecke“  auf Anhieb die Sympathien seines Narrenvolkes gewonnen hatte. Nun, an diesem Abend,  konnte er voller Zufriedenheit feststellen, dass die Aachener auch hinter seinem sozialen Engagement für Kinder in Not in der Region Aachen stehen: die ersten 500 Benefizorden hatten reißenden Solidaritätsabsatz gefunden. Sie werden ausschließlich gegen eine Mindestspende von fünf Euro vergeben, kein einziger aber wird verliehen.

Jutta Katsaitis-Schmitz