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Bei närrischer Windstärke 11 mit dem Öcher Narrenschiff zu jeckem Gipfeltreffen auf dem Rhein

Die geballte Macht rheinischen Frohsinns schipperte einen Abend lang bei närrischer Windstärke 11 auf dem Rhein. Keinesfalls verwunderlich, wird doch Aachens designierte Tollität Rainer I. Cohnen unter dem maritimen Motto regieren: "Von der Maas bis zum Rhein mit dem Narrenschiff muss sein - Surfen auf der Öcher Welle von Bad Aachen bis nach Kölle!" Und mit diesem Öcher Narrenschiff steuerte er deshalb auch Köln als ersten Hafen an. Noch nannte sich das Schiff MS "Drachenfels", das da entlang dem Rhein-Panorama zwischen Rodenkirchen und Mühlheim die Wellen kreuzte.

Illuster war die Besatzung des Schiffes. Dabei war es vom ersten Moment an augenscheinlich: Aachens künftige Tollität und der komplette Hofstaat wurden an Bord in ihrem schmucken Seemannsoutfit zum Blickfang für die Narrenprominz beider Städte. Zu denen zählten Abordnungen des AKV, des Ausschusses Aachener Karneval, der Prinzengarde der Stadt Aachen und der Stadtgarde Oecher Penn, angeführt von AKV-Präsident Dr. Werner Pfeil, AAK-Präsident Wilm Lürken sowie Prinzengarde-Kommandant Markus Bongers und Penn-Kommandant Jürgen Brammertz. Köln wiederum war bei diesem karnevalistischen Gipfeltreffen durch das designierte Dreigestirn und seine Equipe mit Abordnungen der Kölner Prinzengarde und der EhrenGarde der Stadt Köln sowie durch das Festkomitee Kölner Karneval vertreten.

Glanz und Gloria mit Kölschem Charme aber ließen sich bereits durch das designierte Dreigestirn erahnen, hervorgegangen in diesem Jahr aus der Kölner Prinzengarde: Prinz Marcus II. (Gottschalk), Bauer Thorsten (Schmidt) und Jungfrau Olivia (Dr. Oliver von Rosenburg). Für sie gab es nicht nur Öcher Printen als Überraschung. Sie mussten sich auch noch bei einer durchaus gewagten, maritimen Taufe, wie sie sonst bei Seeleuten am Äquator oder dem Polarkreis üblich ist, bewähren. Das bedeutete: eine Aachener Printe vom „Weihnachtsmarkt 1997" zu knabbern, ohne sich einen Zahn auszubeißen. Danach einen sauren Hering zu „verschlingen" und zum Abschluss ein Gläschen Rum „ex" - la-Chapelle herunter zu kippen!

Dafür gab's dann auch für jeden eine von „Neptun, dem Herrscher der Meere und des Vaters Rhein am 7. Tage des Monats Oktober anno 2011" unterzeichnete Urkunde, mit der bestätigt wurde, dass Prinz, Bauer und Jungfrau „als Besatzungsmitglied des Narrenschiffes am heutigen Tage die Öcher Welle gekreuzt und die Zeremonie der Taufe überstanden haben". Tapfer hatte sich dabei besonders der designierte Prinz Marcus II. gezeigt. „Ich hasse es, Fisch zu essen", gestand er anschließend unter Lachen und Beifall aller Besatzungsmitglieder. Aachens Prinz Rainer I. aber erteilte den Taufsegen: „Ich wünsche Euch stets in ruhigen Gewässern zu schiffen, dazu viel Glück und stets eine Handbreit Wasser unter'm Kiel!"

Von Öcher und Kölschen Fastelovvendsleddchere durch Night-in-Paris-Musiker Christoph Jansen met dr Quetschbüll musikalisch untermalt, verlief der närrische Kongress in lebhafter Unterhaltung. Interessiert erfuhren die Aachener, wie die Kölner mit ihrem Motto der kommenden Session: „Jedem Jeck sing Pappnas" geschickt die Unterschiede im Brauchtum, in der Herkunft und in der Mentalität überspielen wollen. Hauptsache fröhlich und dem närrischen Treiben aufgeschlossen muss der Jeck in Kölle sein. Wer sollte das besser verstehen, als die Öcher selbst. Sie aber genossen abrundend die urige Gemütlichkeit in den historischen Traditionsbrauhäusern „Gertrudenhof" und „Gilden im Zims" - der „Heimat Kölscher Helden" am Heumarkt.

Jutta Katsaitis-Schmitz