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Der 62. Orden wider den tierischen Ernst geht an den Kabarettisten und Schauspieler "Otti" Fischer

Medienrummel herrschte im Münchener "Wirtshaus im Schlachthof". Hier gaben AKV-Präsident Dr. Werner Pfeil und sein 1. Vize Dr. Norbert Königs in Anwesenheit des Künstlers bekannt, dass der Bayerische Kabarettist und Volksschauspieler Ottfried Fischer am 28. Januar 2012 in Aachen den 62. Orden wider den tierischen Ernst erhält. Für den designierten Ritter mag es zugleich ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk gewesen sein, als ihm die Ehrenmütze und der Sessionsorden 2011 des AKV überreicht wurden. Gerade zwei Tage zuvor, am 7. November, hatte Ottfried Fischer, den seine Freunde "Otti" nennen, seinen 58. Geburtstag gefeiert. Dass gerade dieses "kulturtreibende" Wirtshaus für die Pressekonferenz gewählt wurde, war kein Zufall, ist die monatlich dort stattfindende Stammtischrunde "Ottis Schlachthof" mit Promis aus Showbusiness, Musik und Kabarett doch seit zwölf Jahren Kult in München und im Bayerischen Fernsehen.

Als ein begehrter Kulturpreis wird der Orden wider den tierischen Ernst seit 1950 vom AKV für Humor und Menschlichkeit im Amt an Politiker, Wissenschaftler, Künstler oder geistliche Würdenträger verliehen. „Wahrer Humor gepaart mit Menschlichkeit ist unbezahlbar. Und Ottfried Fischer vereint diese Eigenschaften im für ihn typischen XXL-Format", so Dr. Pfeil, der zugleich das Motto der 62. Festsitzung vorstellte: „Pfundig, bayerisch, gut: Ein Ritter von Format". So geht der Künstler auch völlig unkompliziert in leichter Selbstironie mit seiner Körperfülle um: „Sie ist mein Markenzeichen geworden", erklärt er selbstbewusst.

Als Schauspieler ist Fischer seit 1995 vor allem als Kriminalhauptkommissar Benno Berghammer in der TV-Serie „Der Bulle von Tölz" bekannt und auch in der seit 2003 ausgestrahlten TV-Serie „Pfarrer Braun" verkörpert er einen Priester, der mit kriminalistischem Gespür versucht, geheimnisvolle Morde aufzuklären. Es verwundert nicht, dass „Otti" Fischer auch in seiner dritten TV-Glanzrolle als Reporter in „Der Pfundskerl" auf Verbrecherjagd geht. Das blieb nicht unbelohnt. So gehört zur Vielzahl seiner künstlerischen Auszeichnungen auch der Bul le Mérite, der ihm 1998 bei seinem ersten Besuch einer rheinischen Karnevalssitzung vom Bund deutscher Kriminalbeamter in Bonn verliehen wurde.

Die Vorliebe des Künstlers für die Kriminalistik mag darin begründet sein, dass er nach dem Abitur einige Semester Jura studiert hatte, dann aber 1976 zusammen mit Freunden das Münchener Hinterhoftheater gründete. Hier startete er auch seine steile Karriere als Kabarettist. Für ihn hat Kabarett die Aufgabe, Moral zu vermitteln. Humor und Satire sind für ihn eine sehr ernsthafte Sache und Dank seiner humanistischen Erziehung habe er sich immer bemüht, anständig und gutartig damit umzugehen, versicherte er.

Ottfried Fischer wuchs auf dem Bauernhof seines Vaters bei Untergriesbach im Bayerischen Wald auf. Und war seine Mutter eine echte Bayerin, so war der Vater ein Ostwestfale. „Dieses gemischte Aufwachsen hat mich zu kosmopolitischem Denken geführt", erklärte „Otti" Fischer den Journalisten in der Interviewrunde. Gefragt, was er vom rheinischen Karneval halte, antwortete er: „Ich halte ihn für wichtig. Die Vielfalt teilt sich auf Regionen auf. Wir haben hier dafür das Oktoberfest". Die Festsitzungen des AKV sind ihm von Jugend an nicht unbekannt, war doch sein Vater, Dank seiner ost-westfälischen Gene, ein begeisterter Zuschauer bei den Fernsehübertragungen. „Seitdem weiß ich auch, dass Karneval im Rheinland kein Urlaub ist, sondern harte Arbeit", so der Künstler.

Befragt, was ihm zum Begriff Aachen spontan einfalle, sagte Fischer: „Ulla Schmidt, Heinz-Gregor Johnen und der Tivoli". Auch in den Kreisen der Ordensritter pflegt er persönliche Beziehungen. So zu Theo Weigel, Henning Scherf, der bei ihm auf dem Bauernhof schon Urlaub machte und zu Gloria Fürstin von Thurn und Taxis, „die eine tolle Figur mache und den Orden adele". Dem AKV-Präsidenten versicherte der Ritter in spe: „Ich werde mich bemühen, ein würdiger Träger dieser einzigartigen Auszeichnung zu sein". Als dann Dr. Pfeil auf ihn ein dreimal kräftiges „Alaaf" anstimmte, konterte „Otti": „Jetzt auf die Mädels - I love you!" Gemeint waren die beiden jungen, mit angereisten Aachener Tänzerinnen Maria und Sirin, die auserwählt waren, dem Ritter in spe ein Küsschen zu schenken und auf Bayerisch in der Presse als „Zofen" betitelt wurden.

Jutta Katsaitis-Schmitz