"Eins- zwo - drei - oh, du wunderschöne Florresei.
Rot - gelb blau, das sind uns're Farben.
Oh Leute, heute rockt die Florresei.
Oh Leute, heute geht es richtig geil."
Links: www.ehrenhut.de
So singen die Ehrenhüte des AKV in einem ihrer Hits und können sicher sein, dass ihnen dann das Publikum bewundernd und begeistert zugleich die Hände entgegenstreckt. So geschehen erst wieder beim 13. Florresei Palast am Karnevalssamstag 2010. Im Ballsaal des Alten Kurhauses tobte der Bär oder vielmehr waren es Tiger-Lillys, Mickymäuse und verführerisch schnurrende Kätzchen. Längst ist die Florresei im Endspurt der drei tollen Tage zur Öcher Superparty junger und jugendlich gebliebener Fastelovvendfans aufgestiegen. Spätestens binnen einer Stunde waren die Karten wieder im Vorverkauf vergriffen. Das hat sich über die Stadtgrenzen hinaus in rheinischen Landen seit langem herumgesprochen.
„Wir sind zum ersten Mal hier und sind begeistert", erklärten Sabine und Dirk Stöfken aus Willich. Kostümierung, Musik, Stimmung und der Ballsaal selbst seien perfekt. „Vor allem sagt man hier Alaaf und nicht Helau", so die beiden „Düsseldorfer" augenzwinkernd. Die Attraktivität der Florresei beschrieb treffend ebenso Thomas Koch, der zum dritten Mal dabei war: „Das ist hier kein Sitzungskarneval. Das ist Party und die Leute geben sich große Mühe mit fantasievollen Kostümen". Auch „Pirat" Eike Hänsell, der durch seinen Freund, einen AKVer, zum ersten Mal gekommen war, lobte die Atmosphäre: „Hier ist es viel ausgelassener und persönlicher, als in einer Disco". Blickfang waren zehn „Wickinger" als Stimmungsbarometer im Saal. „Wir sind ein Freundeskreis von Elternpaaren vom Salvatorberg und haben uns im Kindergarten unserer Sprösslinge kennen gelernt. Schon seit vier Jahren besuchen wir die Florresei und gewannen sogar im vorigen Jahr als „Zwerge" den Gruppenpreis. Nun hoffen wir wieder auf Erfolg", berichtete Petra Kuckelmann (42). Darüber entscheidet das Publikum per E-Mail. Unter www.florresei-palast.de werden die nominierten Kostüme vorgestellt. Zu gewinnen sind von den Erstplatzierten ein Fass Bier für die hauseigene Party beziehungsweise ein Auto für ein Wochenende.
Die „Wheels", von der ersten Stunde an die Florresei-Hauskapelle, heizten mit „Sweet Caroline" und „Wenn nicht jetzt, wann dann" die Stimmung an, und wer in der dichtgedrängten Menge Platz fand, wagte ein Tänzchen. Doch nicht nur „Napoleon der Friedliche", Knackis, Piraten und verführerische Engelchen aller Coleur, sondern auch die Ehrenhüte selbst, die die Zügel des närrischen Treibens souverän im Griff hatten. Als smarte „Pagen der Narretei" ernteten sie für ihre Tanzshow mit den Schönen von TN Boom brandenden Applaus. Ob als Mozart, Playboy, Scheich, Roberto Blanco oder Michael Schumacher - die Ehrenhüte überzeugten beim Menuett ebenso, wie bei Rock und Salza. Unter frenetischem Jubel streckten sich ihnen wiederum die Hände entgegen.
Oberehrenhut Christian Lücker (30) agierte zum letzten Mal als Moderator der Florresei. In gewissem Sinne nun ein „Alterspräsident" übergibt er am Aschermittwoch das Amt in jüngere Hände an Christian Schwartz (25). Ihn führte AKV-Präsident Horst Wollgarten an diesem Abend als neuen Oberehrenhut ein. Gleichzeitig dankte der Präsident dem Team der 14 Ehrenhüte für die engagierte Vorbereitung der wiederum gelungenen Veranstaltung. Ekstase lösten verständlicherweise die 4 Amigos aus. Doch nicht nur sie, sondern ebenso de Jonge vajjen Beverau und die sexy Tänzerinnen von TN Boom bei Hip-Hop und Latino zu einem Michael-Jackson-Medley.
Lange nach Mitternacht jubelten die Partygäste Aachens Narrenherrscher Dirk IV., seinem Hofstaat und der Prinzengarde zu. Es war bereits der neunte Auftritt an diesem Tag. „Ich bau' dir ein Schloss, das in den Wolken steht" versprach der Narrenherrscher den Schönen im Ballsaal, die sich von ihm wie in einem Raumschiff nur allzu gern in den Himmel heben ließen. Und während Sängerin Nicole verträumt mit „Einhundert Jahre alt" die Aachener Prinzengarde besang, purzelten bunte Luftballons von der Decke herab. Die Party aber ging weiter bis zum Morgengrauen.
Jutta Katsaitis-Schmitz