"Barki", das liebe kuschelige Maskottchen der AKV-Kaffeevisite, war bei der Begrüßung als Erster mit dabei, als die jüngsten Öcher Fastelovvendsjecke nach ihrem Kinderkostümzug in das Alte Kurhaus strömten. Dann eroberten sie je nach Geschmack den Ballsaal oder die Klangbrücke, um Party zu feiern. "Da ist er! Da ist er!" rief in der Klangbrücke aufgeregt der vierjährige Tim, als auf der Bühne gerade die beiden Clowns vom Circus Gioco verzweifelt nach dem "Himbär" suchten, den die kleinen Zuschauer natürlich längst entdeckt hatten. Ja, der sechsjährige Paul, neben Tim in der ersten Reihe, hatte ihm sogar schon einen Klaps auf den Po gegeben!
Nicht weniger spannend und sogar viel lautstärker ging's nebenan im Ballsaal zu, denn dort war die Bühne von vielen, vielen Pippi Langstrumpfs, Seeräubern, Spanierinnen und Harlekinen umringt. Sie lieferten sich ausgelassen mit Bauchredner Jens und seinem „Fiffi" ein putzmunteres Rededuell. Kunterbunt verlief das dreistündige Bühnen- und Mit-Mach-Programm, das die Kinder hier mit Papa und Mama, Onkel und Tante, Oma und Opa bei der geschichtsträchtigen „Kaffeevisite" erlebten. Da zeigten auch die Kindertanzgarden „Jeck Black-Yellows" von der Stadtgarde Oecher Börjerwehr" und die „Little Diamonds" von der KG Eulenspiegel ihre quicklebendigen Showtänze und 60 Kinder der Domsingschule mit ihrem Leiter Gerhard Dünnwald stimmten zum Mitsingen ein Potpourri Alt-Öcher-Leddchere an. Sogar das Kinderdreigestirn des Karnevalsvereins De Vennkatze aus Vennwegen machte mit Prinz Sunny, Bauer Niklas und Jungfrau Timmy seine Aufwartung und präsentierte als Gastgeschenk mit „Lady Gaga", „Mister Elvis Presley", „Roy Black" und „Michael Jackson" eine rasante Hitparade.
Über Generationen erfreut sich die „Kaffeevisite", die ihre Wurzeln bereits im Jahr 1829 bei der Muttergesellschaft „Florresei" hatte, großer Beliebtheit. „Karneval ist ein wichtiges Brauchtum, das erhalten werden muss. Und die Kaffeevisite gibt den Kindern auf jeden Fall die Möglichkeit einen karnevalistischen Einstieg zu finden", sagte Georg Heiner (43), der selbst schon als kleiner „Indianer" mit seinen Eltern teilgenommen hat. Jetzt war sein Sohn Tim (8) ebenfalls als Indianer dabei, während der kleine Lars (2) auf seinen Schultern wie der Papa als Harlekin kostümiert war. So sah es auch eine andere Mutti, die einst am närrischen Elften im Elften das Licht der Welt erblickt hatte und als vierjährige Marula vor rund 40 Jahren an der Hand ihrer Mutter zum ersten Mal eine Kaffeevisite erlebte. „Diese Veranstaltung legt bei den Kindern Wurzeln für den Öcher Fastelovvend, und so bin ich auch heute mit meiner kleinen Ioanna (5) hier", erzählte sie.
Hatte AKV-Präsident Horst Wollgarten bereits zu Beginn alle Kinder und Erwachsenen herzlich begrüßt, so erlebte Märchenprinz Jan I. bei seinem Auftritt mit dem Hofstaat und der Prinzengarde eine große Überraschung. Der „Fernsehmann" David Lulley übergab ihm als Geschenk des AKV einen Gutschein, der ihm einen Tag lang die Türen ins Studio des „Net-Aachen-Alemannia-Fan-TVs" öffnet. Selbstverständlich war auch der große Prinz Dirk IV. mit von der Partie und mit ihm und seinem Hofstaat zogen die Kinder zum neuen Gardemarsch „Garde muss sein" in einer Riesenpolonaise über die Bühne. „Das ist unser Motor, weshalb wir hier alljährlich die Kaffeevisite ausrichten", erklärte begeistert Moderator Rolf Gerrards, der neben Horst Neundorf , OB Marcel Philipp, Melanie und Andreas Collet und Guido Hoss dem Team der AKV-„Kaffeevisite" angehört. Sie waren den Kindern in ihren bunten „Lausbuben"-Kostümen bereits ebenso bekannt und vertraut, wie die alljährlich hilfreichen, freundlichen „Waschweiber" der Stadtwache Oecher Börjerwehr
Jutta Katsaitis-Schmitz