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Tollkühn und brisant verspricht die Session 2006/2007 zu werden. Roger I. Lothmann regiert in James-Bond-Manier. Auf seiner Klausurtagung in Trier kürte der Elferrat des Aachener Karnevalsvereins (AKV) den 33 Jahre alten Roger Lothmann zum neuen Prinzen Karneval. Er wird damit die 80. Tollität sein, die in der 125-jährigen Prinzengeschichte des AKV die närrische Macht ergreift.
Als Roger I. wird der geschäftsführende Gesellschafter einer Personaldienstleistungs-GmbH das Narrenzepter schwingen, und nicht von ungefähr geraten dabei immer wieder Parallelen zu James Bond ins Blickfeld. Allein die Jahreszahl seiner närrischen Regentschaft provozierte geradewegs dazu!
Und wer dem attraktiven, jungen Mann gegenübersteht, ahnt so einiges, was die Öcher Jecke – besonders aber die schönen Närrinnen – an tollkühner und brisanter Action zu erwarten haben. Roger I. Lothmann ist ein Kind des Dreiländerecks. Der Vater Burtscheider, die Mutter Vaalserin, erblickte der Sprössling am 26. Juni 1972 zwar in Aachen das Licht der Welt, wuchs aber in Vaals auf.
Er besuchte die Grundschule Vaalser Quartier, danach die David-Hansemann-Realschule in Laurensberg. Einmal wie sein Vater – ein leitender Justizvollzugsbeamter – eine Uniform zu tragen, war zunächst sein Berufswunsch. Stattdessen aber besuchte Roger Lothmann die Höhere Handelsschule und durchlief bei Lindt & Sprüngli eine Ausbildung zum Industriekaufmann.
Seit 1995 ist er in der Personaldienstleistungsbranche tätig und machte sich auf diesem Gebiet vier Jahre später mit der ZAQ selbständig. Die designierte Tollität ist kein gängiger „Partylöwe“. Mit Blick auf Partys sieht er sich selbst eher als einen „Spätzünder“. Seine Welt, das ist der Sport. Bis zum 18. Lebensjahr war er durchweg auf Tennisplätzen zu finden und Fußball fasziniert den Alemannia-Fan dann auch gleichermaßen.
Und Karneval? Wenn andere feierten, dann war der künftige Narrenherrscher stets stark beschäftigt. Denn um sich während des Besuchs der Höheren Handelsschule und der Ausbildungszeit Geld hinzuzuverdienen, kellnerte er regelmäßig in einer kleinen Kneipe, fuhr während des Fastelovvends sogar Doppelschichten.
Sein erstes Bierchen trank er dann selbst erst am Rosenmontagabend, wennn alles gelaufen war. Bis vor drei Jahren beschränkte sich seine karnevalistische Erlebniswelt dann auch nur auf den Straßenkarneval. Bis Ex-Prinz Rolf Gerrards sein Nachbar wurde und ihn mit dem Virus Carnevalis infizierte. Damit wurde Roger Lothmann zum Senkrechtstarter!
Das passt zu seiner Lebenseinstellung: stets hat er die Gläser halb voll, nie halb leer! Er ist ein Lebensoptimist. Nicht ganz unschuldig ist daran auch sein festverschworener Freundeskreis aus Richterich, Laurensberg und Horbach. Und als Volker Breyer 2005 Bürgerprinz von Richterich wurde, ergab es sich von selbst, dass Roger Lothmann als sein Hofmarschall die Gesamtorganisation in die Hände nahm.
„Es war eine sehr, sehr schöne Zeit“, schwärmt die künftige Tollität noch heute. Und ganz plötzlich wurde der Wunsch bei einer Thekenrunde mit den Freunden auf dem CHIO 2005 geboren: einmal selbst Prinzenfedern an der Mütze zu tragen! Die Freunde waren begeistert. Die erste mündliche Bewerbung beim AKV wurde gestartet!
Und so manch’ einer wird sich erinnern, dass bei zahlreichen Veranstaltungen der Session 2006 eine recht auffällige „Fußball-Elf“ mit Punkerköpfen unterwegs war und auf den Shirts das Logo trug: „Wir sind Aachen“. Als Hofstaat werden die Freunde ihren Prinzen allerdings als bunter, klassischer Hofstaat in Fräcken begleiten. Der Nervenkitzel hat begonnen.
Jutta Katsaitis-Schmitz