Von Jutta Katsaitis-Schmitz
Es sind Raritäten aus Aachens Vergangenheit, die der Aachener Journalist und spätere AKV-Präsident Helmut A. Crous (1913 - 1993) im Laufe von 45 Jahren als Sammler aus Leidenschaft zusammengetragen hat. Seine Sammlerphilosophie bestand durch Kenntnisreichtum darin, weniger beliebige, dafür aber seltene stadt- und regionalgeschichtliche Publikationen zu erwerben. Qualität hatte für ihn stets Vorrang vor Quantität. Noch vor seinem Tod ebnete er den Weg, sein Lebenswerk geschlossen als Sammlung Crous dem AKV zu überlassen. Vertraglich verbunden war damit die Auflage, diese stadthistorischen Schätze zu hegen, zu pflegen und sie allen interessierten Aachenern zugänglich zu machen.
Die Sammlung Crous wurde 1996 in eine gemeinnützige GmbH überführt und befindet sich seitdem im Alten Kurhaus in Aachen. Dort ist sie als wissenschaftliche Präsenzbibliothek einer geschichtsinteressierten Öffentlichkeit zugänglich. Gesellschafter ist der Aachener Karnevalsverein 1859 e.V. Helmut A. Crous hinterließ eine Sammlung mit annähernd 2000 Druckschriften und etwa 390 Aquarellen, Kupferstichen und Graphiken. Bis heute konnte der Gesamtbestand durch Schenkungen und Zukäufe auf rund 10 000 Bücher, Graphiken, Gemälde, Postkarten und Fotos aus dem Zeitraum 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart vergrößert werden. Das älteste der allein 4500 Bücher stammt aus dem Jahr 1521, der älteste Kupferstich aus dem Jahr 1572. Die Sammlung ist in die Bereiche: Bibliothek, Grafik, Gemälde sowie Fotos/Ansichten gegliedert. Derzeit sind eine Sammlung von Ansichtskarten sowie ein Film- und Tonarchiv im Aufbau. Damit die Pflege und Erweiterung des Bestandes auch in Zukunft gewährleistet sind, bedarf es weiterhin der finanziellen Unterstützung durch Förderer und Sponsoren.
Neben dem Geschäftsführer der gGmbH, Dr. Walter Maassen sowie den Mitarbeitern Dr. Thomas Kreft und Bianca Lenartz, ist ein rühriger Beirat um die Sammlung Crous bemüht. „Botschafter für die Sammlung" seien Hubert Crott, Liesel Lehrheuer und Franz-Peter Frings, anerkennt der Beiratsvorsitzende, Bernd Carl, die ehrenamtlichen Mitstreiter des Beirats, nennt aber auch die Namen von Elena Schulte, Gabriele Königs, Alexander Krott und Dieter Schaffrath, die die unterschiedlichen Veranstaltungen zugunsten der Sammlung Crous in der Vorbereitung und Durchführung unterstützen. Die Einnahmen aus Vortrags- und Filmabenden zur Geschichte Aachens, von Benefiz-Dinnern und Benefiz-Golfturnieren sowie die Mieteinnahmen für Werbeflächen auf einem Aachener Linienbus werden für den Unterhalt und die Pflege der Sammlung, für die Restaurierung der Bestände sowie für die konzeptionelle Weiterentwicklung verwendet. Das Credo Bernd Carls: „Wer die Geschichte Aachens nicht kennt, kann die Stadt auch nicht lieben. Das wollen wir vermitteln".
Crous-Tochter Liesel Lehrheuer ist seit 1994 Mitglied des Beirats. Zusammen mit ihrer Schwester Elena Schulte wurde sie durch den Vater schon sehr früh mit der Sammlung und ihrem Inhalt vertraut gemacht. „Dadurch wurde bei mir ein starkes Interesse an Aachens Geschichte geweckt und verfolge ich nun selbst alles, was meine Heimatstadt betrifft", sagt sie. Dabei interessieren sie besonders historische Gegenstände, die sie bei Ausstellungen und regelmäßigen Flohmarktbesuchen aufzustöbern sucht. „Ich bin froh, dass das Vermächtnis und der Wille unseres Vaters in der Sammlung Crous des AKV so geachtet werden, und es ist für mich immer ein Erlebnis, als Beiratsmitglied vorbereitend an einer Veranstaltung mitwirken und dann daran teilnehmen zu können", so Liesel Lehrheuer. Es wäre begrüßenswert, wenn noch mehr stadtgeschichtlich Interessierte ehrenamtlich bei der Sammlung Crous mitwirken würden.
Zur erfolgreichen Fotoausstellung der Sammlung Crous: „NACHgeschaut - Aachen 1942/2007" im Juni 2007 in der Sparkasse Aachen, erschien jetzt ein gleichnamiger Bildband, der auf 192 Seiten 70 Fotopaare von Aachener Straßenzügen und Baudenkmälern gegenüberstellt. 1942 wurden sie vom späteren Stadtkonservator Hans Königs angefertigt. 2007 nahm sie unter jeweils gleicher Perspektive und vom gleichen Standort aus der Bildjournalist der Aachener Zeitung, Michael Jaspers, auf. Begleitende Texte schrieb die Journalistin Jutta Katsaitis-Schmitz.
Der Bildband NACHgeschaut - Aachen 1942/2007 ist ab 6. Dezember 2007 zu einem Preis von 19.90 Euro an den Info-Ständen in der Hauptstelle der Sparkasse Aachen am Friedrich-Wilhelm-Platz sowie in der Nebenstelle am Münsterplatz erhältlich. Darüber hinaus kann der Bildband in der ART-Galerie, Roderweg 11, in 52072 Aachen-Richterich erworben werden. Telefon: 0241-886900, Fax: 0241-88699030, E-Mail: info@artlandgmbh.de
Weitere Infos unter http://www.sammlung-crous.de