Dr. Thomas Borer

Ritter 2002

Dr. Thomas Borer

Dem klassischen Bild eines Diplomaten entsprach er wenig: Ob im Karnevalskostüm, auf dem diplomatischen Parkett oder in quotenstarken TV-Shows - bei Thomas Borer ist man vor keiner Überraschung sicher.

„Botschafter Lustig“ nannten ihn Schweizer Kritiker, die deutsche Presse kommentierte hingegen begeistert den Bogen vom Alphorn nach Hollywood (Süddeutsche Zeitung). Unerschrocken und unkonventionell räumte er mit dem „verzopften Image von Heidi-Land“ (Spiegel) auf. Hightech statt Heidi, Glamour statt Gletscher, Spontaneität statt Spießigkeit lauteten von ihm erfolgreich positionierte neue Markenwerte der eidgenössischen Bilderbuchidylle. Sein Amt nahm er wörtlich: Er will Botschaften überbringen – und damit nicht nur die Regierung, sondern auch das Volk erreichen. Als „Cowgirl von der Alm“ (Max) demonstrierte Ehefrau Shawne bisher unbekannte Reize der Alpenrepublik. Da konnte es nur eine Frage der Zeit sein, bis der AKV - Aachener Karnevalsverein 1859 e.V. – auf ihn aufmerksam wurde. Am 1. August 1999 übernahm Thomas Borer-Fielding als Botschafter der Schweiz in Berlin einen der prestigeträchtigsten Diplomatenjobs seines Landes. Exakt zwei Jahre später trug ihm der AKV ein weiteres Spitzenmandat an: den Orden WIDER DEN TIERISCHEN ERNST. Als 52. Ritter und zweiter Schweizer - nur Raymond Broger wurde 1977 diese Ehre zuteil - reihte sich der quirlige Ambassador in eine illustre Schar von internationalen Persönlichkeiten aus Politik, Kultur und Kirche ein. Noch nie hatte die Schweiz ein so gutes Standing in Deutschland (Bild am Sonntag). Fachliche Expertise und Extravaganz prägen sein Handeln, gesunder Menschenverstand ist seine Maxime. Geschickt überlässt er dabei die Hauptrolle in Medienauftritten seiner ebenso attraktiven wie agilen Gattin Shawne. „Ich habe eine Frau die einfach zu identifizieren ist: Sie ist sehr hübsch. Wenn ich mit ihr irgendwo hingehe, bemerkt mich niemand“ (Berliner Zeitung) bekannte er schon wenige Monate nach Dienstantritt mit augenzwinkernder Freimütigkeit. Der Erfolg gibt ihm Recht: „Borers Wunderwaffe in der Mission gegen das biedere Image der Schweiz ist Shawne“ kommentieren die Medien den verblüffenden Imagewandel des Alpenlandes. Längst „schmeckt der Begriff Schweiz nach mehr als Käse oder Schokolade“ (Bunte) lautet das einhellige Fazit der deutschen Presse, und auch die Schweizer Bürger votierten mit beeindruckender Mehrheit in einer Internetabstimmung für den couragierten Kurs ihres Botschafters.