Julia Klöckner ist Trägerin des 70. Ordens wider den tierischen Ernst. Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft wurde am Abend unter dem Beifall von 1250 Festgästen im Aachener Eurogress ausgezeichnet. Als Aachener Marktfrau eroberte Klöckner das Publikum mit einer humorvoll-charmanten Rede, nachdem sie aus den Händen von AKV-Präsident Dr. Werner Pfeil den Orden entgegen genommen hatte. Eine Fernsehaufzeichnung der Sitzung ist am Montagabend, 18. Februar, ab 20:15 Uhr im Ersten zu sehen.

 

Warum sie gerne nach Aachen gekommen sei, machte die rheinland-pfälzische Frohnatur gleich zu Beginn klar: „Wer Frauen ehrt, ganz ohne Quote, bekommt von mir die beste Note!“ Ihr emotionales Plädoyer gegen nationale Egoismen und für europäische Gemeinsamkeit kam in der Europastadt Aachen naturgemäß an. Apropos Natur: Umweltschutz steht für die Landwirtschaftsministerin hoch im Kurs: „Lasst Wildpflanzen wachsen und Bienen summen, sonst sind am Ende wir alle die Dummen.“

 

„Julia Klöckner ist eine gradlinige und meinungsstarke Politikerin, die ihre Amtsführung mit Humor und Menschlichkeit verbindet“, hatte zuvor AKV-Präsident Dr. Werner Pfeil die Entscheidung des Elferrats für die Ordensritterin begründet. Sie beeindrucke durch ihre schnörkellose Haltung zu politischen Themen genauso wie durch ihre Fähigkeit zuzuhören und ihre Bereitschaft zum Kompromiss, so der Präsident. Pfeil weiter: „Sie gewinnt die Herzen der Menschen mit Bodenständigkeit, Offenheit und Ehrlichkeit. Julia Klöckner vertritt ein Menschenbild, das den Bürgern Freiräume lässt, ihnen etwas zutraut, Vielfalt gelten lässt und nicht alle gleich macht.“ Den Geist der rheinischen und rheinland-pfälzischen Frohnatur habe sie sich bis heute bewahrt.

 

Rund drei Stunden lang hatten zuvor Tagesschausprecher Jens Riewa, Werner Pfeil und Elferrat David Lulley durch ein vielseitiges Programm aus Öcher Flair, viel Musik, Witz und politischer Frauenpower geführt. Denn mit Katarina Barley (SPD), die als Statue of Liberty ein flammendes Plädoyer für die Freiheit hielt und Nicola Beer (FDP) als Trümmerfrau, die kräftig anpackt, feierten gleich zwei Spitzenkandidatinnen für die Europawahl ganz starke Premieren in der Aachener Bütt. Jugendlichfrech kam dagegen Paul Ziemiak daher. Der neue und junge CDU-Generalsekretär gab ebenfalls ein tolles Debüt auf dem karnevalistischen Parkett.

 

Eingerahmt von den gut aufgelegten Comedians Ingo Appelt, Bernd Stelter, Martin Schopps und WDR2-Moderatorin Steffi Neu als Öcher Printe-Mäddche gab es wieder ganz viel Öcher Flair: 1250 Jecke im Saal rockten mit den Öcher Originalen und den 4 Amigos und feierten Wiebke Beckers als Lambertz-Ehrenpreisträgerin sowie die Little Diamonds (beide KG Eulenspiegel) als ZentisKinderpreisträger. Toll auch die Auftritte von Kurt Christ und Sarah Schiffer, dem Ex-Prinzenkorps, Prinz Tom I. und Märchenprinz Paul IV. mit ihren Prinzengarden, dem Tanzpaar der Prinzengarde der Stadt Aachen, des AKV-Balletts, der Dance Company T´N´Boom und von Hastenrath´s Will, der das Aachener Umland repräsentierte und als Landwirt eine eigene Laudatio auf seine Fachministerin hielt. Fulminant – wie im vergangenen Jahr – las Kabarettist Wilfried Schmickler als Öcher Urvater Kaiser Karl der Politik die Leviten.

 

Die größte Aufmerksamkeit gehörte natürlich der Ritterin, die es nicht versäumte, dem AKV noch etwas ins Stammbuch zu schreiben: „Wie wäre das noch, wenn demnächst auch Frauen im Elferrat wären!“ Applaus gab es dafür nicht nur von den Damen im Publikum.

Foto(s): AKV