Die Herren Senatoren sind die „grauen Eminenzen“ des AKV und wirken im Hintergrund. Viele von ihnen haben vor Jahrzehnten als Ehrenhüte oder Prinzen ihre AKV-Laufbahn eingeschlagen und gehörten später auch dem Elferrat an, um letztlich heute als Senatoren den Aachener Karnevalsverein zu stützen. Nicht allein durch wohlwollendes Sponsoring, sondern ebenso in beratender Funktion. Darüber hinaus ist der bereits erwähnte Brückenschlag zwischen Alt und Jung ein besonderes Anliegen der Senatoren, die in den Ehrenhüten den karnevalistischen Nachwuchs des AKV sehen, den es zu fördern gilt.

 

Die Geburtsstunde des Senats hatte am 16. Dezember 1937 geschlagen, als sich 17 betuchte AKV-Mitglieder mit animierender Unterstützung des damaligen AKV-Präsidenten Jacques Königstein zusammenschlossen, um dem Verein aus seinem finanziellen Defizit herauszuhelfen. 14 dieser noblen Herren hatten bereits zwei Jahre zuvor einem Festausschuss angehört, der gewährleistete, dass die Feierlichkeiten zum 75-jährigen Bestehen des AKV würdig begangen werden konnten. Dieses Jubiläum wäre eigentlich bereits 1934 fällig gewesen, war jedoch aus finanziellen Gründen um ein Jahr zurückgestellt worden. Das Engagement des neu geschaffenen Senats mit seinem ersten Präsidenten Otto Henrich erlaubte es dann 1935, dass am Rosenmontagszug allein zwölf Wagen des AKV teilnehmen konnten.

 

Die engagierten Herren Senatoren von heute sorgen durch eine bereitwillige, finanzielle Rückendeckung dafür, dass die Ehrenhüte bereits seit einigen Jahren mit einem eigenen Wagen am Rosenmontagszug teilnehmen und die Jecken am Straßenrand auch großzügig mit Wurfmaterial erfreuen können. Dass die Nachwuchs-AKVer längst aus ihrem Piratenlook geschlüpft sind und seit der Session 2008 als schmucke Pagen Mädchenherzen höher schlagen lassen, wäre ohne die verständnisvolle Gunst der Senatoren nicht möglich gewesen. Doch das Finanzielle ist nur die eine Seite. Genauso fühlen sich diese vereinserfahrenen Herren auch zur Vorbildfunktion verpflichtet und sind jederzeit bereit, beratend zur Seite zu stehen.

 

Was aber wäre auch ein Prinz Karneval ohne die Insignien närrischer Macht? Seit es 1950 erstmals nach dem Ende des zweiten Weltkrieges mit Hans III. Achilles wieder eine Aachener Tollität gab, sind es die Senatoren, die alljährlich das Prinzenzepter stiften. Es wird bei der Proklamation feierlich vom Senatspräsidenten überreicht. Das hatte auch Dieter Bischoff schon während seiner eigenen Prinzenzeit erlebt. Exakt 3 x 11 Tage währte seine Narrenherrschaft, die er am 27. Januar 1968 als Prinz Karneval antrat. Der damals 21-jährige Jurastudent war mit der stattlichen Größe von 1.94 Meter der bis dahin größte Prinz der Nachkriegszeit und allein schon dadurch ein „überragender“ Narrenherrscher. Bereits in seiner Session zeichnete er sich als ein exzellenter Rhetoriker mit sehr gutem Erinnerungsvermögen aus. Das kam ihm später nicht nur als Rechtsanwalt, sondern auch in seiner langjährigen Zeit als AKV-Elferrat und -Beirat zugute. Seine närrischen Protokolle über Elferratssitzungen und Mitgliederversammlungen mit „rein zufälligen Verfälschungen und Seitenhieben“ sprühten nur so voller Esprit und Satire und sorgten beim Verlesen für ausgelassene Heiterkeit.

 

Der Senat im Jahre 2009

Anlässlich des 150jährigen AKV-Jubiläums stiftete der Senat dem AKV 2009 eine neue Standarte. Als eine besondere Ehre würdigten es die Senatoren, als ihnen dann der damalige AKV-Präsident Horst Wollgarten beim Ordensfest 2009 das Jölde Hazz va Oche als Auszeichnung verlieh.

 

Bei der Mitgliederversammlung des AKV-Senats im Oktober 2014 wurde Dieter Bischoff zum neuen Senatspräsidenten gewählt. Er löste damit Rolf Lücker in diesem Amt ab, das dieser 2010 übernommen hatte. Dieter Bischoff, ein engagierter Mittelständler und stellvertretender Bundesvorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU, war in den Jahren 2004 bis 2007 AKV-Präsident, wurde zum AKV-Ehrenmitglied ernannt und 2008 zum Senator. Darüber hinaus ist er bei der AKV Sammlung Crous gGmbH als ehrenamtlicher Geschäftsführer engagiert. Eine seiner vorrangigen Aufgaben sieht er als neuer Senatspräsident darin, durch Neuaufnahmen eine weitere Verjüngung des Senats zu erreichen. Auch im Amt des Senatsgeneralsekretärs gab es einen Wechsel. Gerd Caspar trat die Nachfolge von Ricardo de Bernardi an, der diese Funktion neun Jahre innehatte. Schatzmeister aber bleibt weiterhin Rudi Görres.