Tom I. ist der Erste – zumindest aus dem Hause Müller. Nachdem die designierte Tollität beim AKV darum bat, als Prinz seinen Rufnamen tragen zu dürfen, stand für den Elferrat nach Durchsicht aller Tollitäten nach dem zweiten Weltkrieg fest: „Wir haben einen Tom I.!“

 

Nun ist Durchsicht nicht gleich Weitsicht, und das hat auch der Elferrat erkannt. Kurz vor dem Jubiläumsjahr des 160-jährigen AKV-Bestehens wäre ein genauer Blick in die Ahnengalerie der frühesten Prinzen lohnenswert gewesen. Denn da steht er in all seiner Pracht: Tom Gabriel aus dem Jahr 1910. Dieser stattliche Prinz war Tom I. – und das wird er auch für immer bleiben!

 

„Wir schauen zwar gerne nach vorn, aber manchmal wäre der Blick zurück der bessere gewesen“, sagt AKV-Präsident Dr. Werner Pfeil schmunzelnd. Dann nämlich wäre auch dem AKV-Elferrat aufgefallen, was nun bereits Stadtgespräch ist. Tom Müller könnte nach alter Sitte nicht der Erste sein, doch einmal so vorgestellt, wird der prinzliche Namen nun nicht mehr geändert. „Gemeinsam mit unserer designierten Tollität nehmen wir das so, wie Karnevalisten es tun sollten, nämlich mit Humor“, sagt Werner Pfeil. Ganz nach dem Motto der höchsten Auszeichnung des AKV, „Wider den tierischen Ernst“. Das hätte sicher auch Tom Gabriel gefallen. Und Tom Müller ergänzt: „Ich halte meinen künftigen prinzlichen Bruder in Ehren und freue mich, nun Tom I. des neuen Jahrtausends zu sein, Tom I. Version zwei sozusagen.“

 

Damit sind die beiden Toms in guter Gesellschaft, denn in der stolzen Historie Aachener Prinzen gab es schon viele Kuriositäten. Eine davon betraf Kurt Simons: Der war nicht nur Kurt der I. von 1952, sondern auch Kurt II. von 1953: Man hatte ihn einfach zweimal hintereinander zum Prinzen gemacht und – obwohl ein und dieselbe Person – im Folgejahr eine römische II an seinen Namen gehängt. Gleich zweimal gab es Rolf III.: Weil nur sechs Tage nach seiner Proklamation im Januar 1991 der 2. Golfkrieg ausbrach, war den Aachenern nicht mehr nach Karneval zumute. So wurde Rolf Lejeune 1992 kurzerhand noch einmal Prinz, behielt aber, anders als Kurt Simons vor ihm, nach seiner Reinthronisierung den Namen aus dem Vorjahr bei.

 

Tom I. Version zwei, sein Hofstaat und der AKV freuen sich derweil auf den 11.11. Und weil aller guten Dinge drei sind, wird nun einfach ein Triple gefeiert: 160 Jahre AKV, die 70. Verleihung des Ordens wider den tierischen und die Premiere eines zweiten „Ersten“ desselben Vornamens in der Geschichte der Aachener Prinzen. Alaaf!

Foto(s): AKV