6. Verleihung des Helmut A. Crous- Geschichtspreises der Region Aachen

Geschichte erlebbar machen, junge Menschen für die bewegte Historie der Heimat zu begeistern und große Ereignisse der Vergangenheit spannend aufzubereiten – all das haben die sieben Gewinner des Helmut A. Crous-Geschichtspreises der Region Aachen 2017 gemeinsam. „Sie haben sich um heimische Historie verdient gemacht, machen regionale Geschichte lebendig und schaffen damit ganz neue Perspektiven auf die Heimat für uns alle“, betonte der Moderator und Fördervereinsvorsitzende der Sammlung Crous, Dr. Jürgen Linden, bei der Preisverleihung im Mercure Hotel am Europaplatz.

Gemeinsam mit dem Region Aachen – Zweckverband und dem historischen Institut der RWTH Aachen hat die AKV Sammlung Crous die besten Arbeiten zur Geschichte der Region Aachen geehrt. Sechs Gewinner und einen Sonderpreisträger hat eine fachkundige Jury aus insgesamt 17 eingereichten Beiträgen ermittelt. Für den mit insgesamt 2.200 Euro dotierten Geschichtspreis waren Arbeiten in den drei Kategorien Schüler, Privatforscher (Laien) und Wissenschaftler (Profis) eingesandt worden.

Die Jury bestand aus den Professoren Frank Pohle und Armin Heinen vom Historischen Institut der RWTH Aachen, dem Kurator und Archivleiter Dr. Wolfgang Cortjaens, dem Leiter des Museums Zitadelle Jülich Marcell Perse sowie Detlef Stender, Leiter des LVR Industriemuseums Tuchfabrik Müller.

In der Kategorie „Schüler“ gewann das Projekt „Ein Stolperstein für Wilhelm. Die Geschichte von der Verlegung eines Gedenksteins für einen Menschen mit geistiger Behinderung in Herzogenrath.“ der RodaSchule Herzogenrath. Die Jugendlichen mit geistiger Behinderung haben das Schicksal eines ebenfalls behinderten Jungen recherchiert, der in der Nazizeit ermordet worden war und an den nun ein Stolperstein in seiner Heimatstadt Herzogenrath erinnert.

Eine Anerkennungsurkunde ging an das Schreibprojekt Viermeilenstiefel, das im Rahmen des Aachener Modells zur frühen Förderung individueller Begabungen an mehreren Grundschulen stattfindet. Kinder der 3. und 4. Klasse befassen sich darin mit den Eigenheiten der Region und setzen sich kreativ schreibend mit Elementen der eigenen Historie und Gegenwart auseinander. In der Kategorie „Laien“ wurde der Roetgener Geschichtsverein für ein völlig neuartiges Lesebuch zur Historie des Ortes ausgezeichnet.

Gleich zwei Anerkennungsurkunden wurden in der LaienKategorie vergeben. Guido von Büren ist mit seiner Arbeit „Das Preußische Jahrhundert. Jülich, Opladen und das Rheinland zwischen 1815 und 1914“ ein ausführlicher lokalgeschichtlicher Beitrag zum 19. Jahrhundert gelungen. Und die Gesellschaft für Zeitgenössische Musik Aachen lieferte mit dem „In Front Festival. 100 Jahre DADA“ ein außergewöhnliches Format zu den Spuren der DadaBewegung in Aachen.

In der Kategorie „Wissenschaftler“ siegte der Beitrag von Prof. Jürgen Eberhardt „Burg Nothberg in Eschweiler und die Pasqualinis“ mit spannenden Forschungsergebnissen über die spätmittelalterliche Burganlage.

Das Werk „Das Aachener Rathaus, Bd. 2.“ von Georg Helg passte in keine der Kategorien, weil der Autor zwar den Laienforschern zuzurechnen ist, aber auch mit wissenschaftlicher Unterstützung ein Standardwerk für die nächsten Jahrzehnte geschaffen hat. Diese wertvolle Arbeit zur Geschichte des Aachener Rathauses wurde außer Kategorie mit einem Sonderpreis der Jury gewürdigt.
Nina Krüsmann

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