2004 Michel I. Domisch

Die Aachener Nachrichten schreiben am 11.1.2004

Die „Elfe des Karneval”, dargestellt von des Prinzen Schwester Annette Mayr, suchte im grün-glitzernden Kleidchen mit Flügeln nach der neuen Tollität. Einen Marsch müsse er trommeln können, verkündete sie in einem Regen aus Silberflitter. Doch weder Ludwig Kloesers (Hofmarschall) Gesang noch Jochen Roderburgs (Clown) Flötenspiel konnten „Elfe” und Zuschauer von der Eignung der Herren zum Prinzen überzeugen.

Als jedoch von hinten Trommelwirbel erschall, worauf ein schmucker junger Mann auf einer riesigen Trommel thronend herein getragen wurde, gab es kein Halten mehr: Das Narrenvolk sprang auf, klatschte und jubelte. Das ist Prinz, das war klar.

Im cremeweiß-goldenen Prinzendress und mit einer gülden glänzenden Trommel sah Michel schon sehr nach Tollität aus. Doch das Wichtigste fehlte noch: die prinzlichen Insignien. Das goldene Zepter, Mantel, Kappe und die langen Prinzenfedern erhielt er denn auch flugs und wurde damit unter Jubel und Beifall des Publikums endlich zum neuen närrischen Herrscher über Aachen gekrönt.
Aufgeregt und strahlend präsentierte der frisch proklamierte Prinz „seinen” Jecken , wofür sein Gefolge und er viele Wochen geübt hatten. Mit verschmitztem Lächeln, dass ihn trotz seiner 34 Jahre wie einen kleinen Lausbub wirken ließ, schwang er seine goldenen Trommelstöcke.

Was er bei seinem Prinzenlied „Vür fiere met Kafumm” und auch beim Samba- und Marschmedley seinem Trömmelchen entlockte, macht Staunen. Wie ein Profi zeigt er Rhythmusgefühl und Fingerfertigkeit - das „Houe op de Trom” ist eben seine Passion.

Nach seiner Proklamation war der Abend für Prinz Michel I. und seinen Hofstaat noch lange nicht zu Ende. Zunächst huldigten viele Karnevalsgesellschaften seiner Tollität beim Aufmarsch der Vereine. Der wurde allerdings zum recht amüsanten „Stau der Vereine”, weil die Abordnungen nicht wie gewohnt von einer Seite ein- und zur anderen ausmarschierten, sondern sich von zwei Seiten zur Bühne drängten.

Bevor die Tollität mit den Seinen im Foyer selbst anstoßen und feiern konnte, warteten noch unzählige Gratulanten auf den jecken Blaublüter: Den Muskelkater vom Bütschen und Orden-Umhängen spürt Michel I. bestimmt heute noch.

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