Unsere Ordensritter

2024
Daniel Günther

Am Sonnabend hat Daniel Günther (CDU) in Aachen den Orden „Wider den tierischen Ernst“ erhalten. In seiner Rede forderte er Mut in Deutschland.

Bereits im September vergangenen Jahres stand es fest: Daniel Günther erhält den „Orden wider den tierischen Ernst“ des Aachener Karnevalsvereins (AKV). Am Sonnabend folgte dann die Ordensverleihung in Aachen. Die Preisträgerin des letzten Jahres, Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne)…

2023
Annalena Baerbock

Annalena Baerbock hat am Samstagabend den Orden wider den tierischen Ernst erhalten. Unter dem Beifall von über 1.000 Festgästen im Aachener Eurogress nahm die Bundesaußenministerin die Auszeichnung entgegen und bedankte sich bei AKV-Präsident Wolfgang Hyrenbach und seinem Elferrat mit einer fulminanten Rede im Narrenkäfig. Die Laudatio hatte Schauspielerin Iris Berben…

2021
Iris Berben

Humorvoll und engagiert: Ritterin Iris Berben zeigt Gesicht für Offenheit, Toleranz und Respekt

Sie ist eine Lieblingsschauspielerin der Deutschen. Eine, die uns Humor und Ironie beigebracht hat, als mahnende Instanz aber auch die Stimme erhebt, wenn es ihr nötig erscheint. Einer breiten Bevölkerungsschicht als feinsinnige himmlische Tochter bekannt geworden, gehört sie heute zu den glaubwürdigen moralischen Instanzen des Landes. Iris Berben kann Unterhaltung und Politik, sie kann Menschen zum Lachen…

2020
Armin Laschet

Die Schauspielerin Iris Berben hat den Orden wider den tierischen Ernst 2022 erhalten. Im Narrenkäfig des Aachener Karnevalsvereins nutzte sie die Gelegenheit zu einem emotionalen Plädoyer für die Kunst und die Gleichberechtigung. Motto: „Frauen an die Macht!“…

2019
Julia Klöckner

Bodenständig, offen, schlagfertig:
 Julia Klöckner wird Ritterin des Ordens wider den tierischen Ernst

Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft erhält am 16. Februar 2019 die Auszeichnung, die im Jahr des 160-jährigen Bestehens
des Aachener Karnevalsvereins (AKV) zum 70. Mal verliehen wird. Gewürdigt wird Julia Klöckner als verlässliche Verfechterin des Brauchtums Karneval, vor allem aber auch als gradlinige und meinungsstarke Politikerin, die Humor und Menschlichkeit mit ihrer Amtsführung verbindet.

2018
Winfried Kretschmann

Überzeugter Narr und überzeugender Landesvater: Winfried Kretschmann erhält den Orden wider den tierischen Ernst 2018

Winfried Kretschmann wird 69. Ritter des Ordens wider den tierischen Ernst. Der Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg erhält am 27. Januar 2018 die Auszeichnung im Aachener Eurogress. Gewürdigt wird Kretschmann als meinungsstarker und pragmatischer Landesvater mit humanistischem Politikverständnis und feinsinnigem Humor. Die Laudatio hält sein Vorgänger, der Ritter des Jahres 2017 Gregor Gysi.

2017
Dr. Gregor Gysi

Der Lieblingslinke des Bürgertums glänzt mit politischem Witz und Ironie

Gregor Gysi ist Ritter 2017 des Ordens wider den tierischen Ernst. Der Elferrat des Aachener Karnevalsvereins (AKV) mit Präsident Dr. Werner Pfeil an der Spitze stellte im Juni 2016 den Bundestagsabgeordneten und langjährigen Vorsitzenden der Linksfraktion in Dortmund als 68. Ordensritter vor. Ausgezeichnet wurde Gysi für seinen messerscharfen Witz, mit dem er reichlich Pep in ansonsten öde Bundestagsdebatten bringt, und seinen Anspruch, auch ernste Anliegen humorvoll und pointiert vorzutragen.

2016
Markus Söder

Er ist ein Politiker mit Fasching im Blut: Dr. Markus Söder, Bayerischer Staatsminister der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat, wird 67. Ritter der Ordens WIDER DEN TIERISCHEN ERNST.

Wenn in Franken die Fastnacht ausbricht, stiehlt Markus Söder mit seinen schrillen und schrägen Kostümen regelmäßig der politischen Konkurrenz die Schau. Ob als Trickfilmheld Shrek, als Gandalf aus „Herr der Ringe“, als verführerische Marylin oder als Punk mit Irokesen-Schnitt: Der Bayerische Finanz- und Heimatminister sticht in der fünften Jahreszeit einfach heraus.

2015
A. Kramp-Karrenbauer

Die Ministerpräsidentin des Saarlands, Annegret Kramp-Karrenbauer, ist in Aachen mit dem 66. Orden WIDER DEN TIERISCHEN ERNST ausgezeichnet worden.

Mit einer fulminanten Ritterrede eroberte die frankophone Christdemokratin das Publikum in der Europastadt Aachen. Und nutzte ihr neues Amt gleich für einen Appell im Sinne der Frauen: „Ich bin die 5. Ritterin. 5 aus 66! Hallo, geht´s noch?“ 66 Ritter wurden es deshalb, weil der AKV zuvor mit Philipp zu Guttenberg erstmals einen Knappen zum Ritter gekürt hatte.

2015
Philipp zu Guttenberg

Die Aachener Zeitung titelt: „Geheimer Coup aufgeflogen: AKV kürt 2015 zwei Ordensritter“

Frei nach dem Motto „Der Narr kennt selbstverständlich Regeln, doch macht´s ihm Spaß, sie umzukegeln“, schritt 2015 Präsident Dr. Werner Pfeil zu einer Tat, die so nie vorgesehen war, aber doch ausschließlich Zustimmung fand: Philipp zu Guttenberg, im Jahr 2011 als Vertreter seines Bruders schon im Narrenkäfig gefeiert und seit 2017 das Amt des Ordenskanzlers innehält, wurde aus dem Knappen- in den Ritterstand erhoben: „In einem Land, das Freiheit ehrt, sei Narrenfreiheit schützenswert. Du Philipp kamst, als Not uns quälte, weil Theodor, dein Bruder fehlte. Der blieb bis heute ein Phantom, sah weder Tivoli noch Dom. Als Knappe hast Du uns gezeigt Herz, Hirn und auch Humorigkeit. Dafür der Orden Dir zum Lohn, die Ritterkappe hast Du schon“, heißt es in der Begründung des Elferrat.

2014
Christian Lindner

Der 64. Ritter des Ordens WIDER DEN TIERISCHEN ERNST heißt Christian Lindner. Die Verleihung des Ordens findet am Samstag, 15. Februar 2014, im Aachener Eurogress statt.

Christian Lindner, vom damaligen FDP-Landesvorsitzenden Jürgen W. Möllemann aufgrund seiner Jugend im Jahr 2000 „Bambi“ getauft, ist als geschliffener Redner und Freund klarer Worte bekannt – der weder vor dem politischen Gegner noch der eigenen Partei oder gar sich selbst Halt macht. „Willkommen bei der FDP – also im Keller“, so begrüßt er in für seine Partei schlechten Zeiten schon mal die Gäste eines Empfangs, und auch mit „Bambi“ hat er keine Probleme: „Lesen Sie das Buch bis zum Schluss, am Ende ist Bambi der Herrscher des Waldes.“

2013
Cem Özdemir

Am Sonntag die Niedersachsen-Wahl, am nächsten Wochenende die Verleihung des Ordens „Wider den tierischen Ernst“. Wäre Ihnen die umgekehrte Reihenfolge lieber gewesen?

Özdemir: Ganz und gar nicht. Erst schlagen wir in Niedersachsen McAllister in die Flucht und eine Woche später schlägt der Elferrat mich zum Ritter. Das passt doch. Finden Sie nicht?

2012
Ottfried Fischer

Das 58-jährige Schwergewicht ist bekannt als Schauspieler und Kabarettist. „Er ist pfundig, bayerisch, gut”, sagte Pfeil. „Ein Ritter von Format.”

In der Begründung hieß es, Fischer halte humorvoll und hintergründig den Menschen den Spiegel vor. Kabarett solle Unterhaltung und nicht politische Vorlesung sein. „Er kritisiert, ohne zu moralisieren und bewahrt den den liebevollen Blick auf die Mitmenschen.” Diese zutiefst humane Sicht auf die kleinen und großen menschlichen Schwächen und deren unerschrockene humorvolle Aufarbeitung, die auch vor den eigenen Mängeln nicht halt mache, habe die Aufmerksamkeit des AKV geweckt.

2011
Karl Theodor zu Guttenberg

Zu Guttenberg selbst habe seinen Bruder als Knappen ausgewählt. Der 37-Jährige werde während der Festsitzung eine parodistische Rede auf seinen Bruder halten.

Vereinspräsident Werner Pfeil begrüßt die Entscheidung: „Mit Philipp zu Guttenberg ist nicht nur die Familie unseres Ritters bestens repräsentiert, sondern auch der Mensch Karl-Theodor zu Guttenberg, dem diese Auszeichnung für Humor und Menschlichkeit im Amt gilt.” Er dürfe nun anstelle seines Bruders „närrisch-unbeschwert aus dem brüderlichen Nähkästchen plaudern”.

2010
Dr. Jürgen Rüttgers

Schließlich sei Aachen die höchstgelegene Stadt Deutschlands. Das glaubte der Ministerpräsident zumindest nach seiner Anreise über die Autobahn. Viele Gefährte mit durchdrehenden Reifen habe er gesehen und das müsse ja wohl daran liegen, dass es Richtung Aachen stets steil bergauf gehe.

Ein humorvoller und schlagfertiger Rüttgers präsentierte sich auf der Bühne in der Elisengalerie. Da war er noch ein designierter Ordensritter. Und dem Landesvater war nicht ein Wörtchen zu entlocken, worauf sich das Publikum bei seinem abendlichen AKV-Auftritt einstellen kann.

2009
Mario Adorf

Er ließ sich die gute, alte Bütt bringen, tauchte dahinter einmal kurz ab, und als er wieder auftauchte, da trug AKV-Ritter Mario Adorf eine rote Pappnase, ein blaues Hütchen und eine karierte Weste. Und seine Ankündigung, dass er nun gedenke, „mal richtig die Sau rauszulassen”, füllte er ruckzuck mit Leben.

Denn den zweiten Teil seiner Ritterrede im festlich geschmückten Aachener Eurogress nutzte der Grandseigneur des Films und Theaters am Samstagabend, um ein Feuerwerk wunderschöner Büttenrednerpointen abzubrennen. Kostprobe: „Neulich komm ich in meine Bank. ,Et tut mir leid, sagt mein Anlageberater, ,aber Ihre Aktien sind im Keller. Da sag ich: ,Wenn sie sich da besser halten oder in echte Kohle verwandeln, soll es mir recht sein.”

2008
Gloria v. Thurn und Taxis

Sie riss die Karnevalsgesellschaft mit ihrer launigen Rede über Gleichberechtigung von den Stühlen. „Welcome Powerfrau – Schneewittchen ade!“ rief sie aus und entledigte sich gekonnt ihres Prinzessinnenlooks.

2007
Joachim Hunold

Auch bei Fehlern geht der Pilot nicht gleich in die Luft. „Wenn man etwas falsch gemacht hat, es aber nicht mehr ändern kann, dann kann man darüber nur noch herzhaft lachen. “

2006
Friedrich Merz

Mit ihm bekommt das Wort ‚Vergnügungssteuer‘ eine neue Bedeutung. Sein Vorschlag, Steuererklärungen auf Bierdeckeln abzugeben, entspannt die verzerrten Züge des Steuerzahlers und gibt ihm ein menschliches Gesicht zurück.

2005
Karl Kardinal Lehmann

Sein Vorname bedeutet im Althochdeutschen „freier Mann“, und diesem Wortsinn ist er im Laufe seiner beeindruckenden Karriere oft gerecht geworden: „Ich möchte meinen Weg gehen, ob gelegen oder ungelegen.“

2004
Dr. Henning Scherf

Allüren sind dem Nordlicht fremd. Er trinkt heißes Wasser statt Kaffee oder Bier, fährt Fahrrad statt Dienstlimousine; sein Hang zum Unkonventionellen ist sein Markenzeichen.

2003
Dr. Wendelin Wiedeking

Spitzbübisch beruhigte der forsche Porsche-Primus die Konkurrenz: „Ja, ich weiß, liebe Wettbewerber, auch Ihr baut schöne Automobile. Aber so wenig Nutzen wie ein Porsche kann so schnell keiner in die Waagschale werfen“ (manager magazin).

2002
Dr. Thomas Borer

Dem klassischen Bild eines Diplomaten entspricht er wenig – bei Thomas Borer ist man vor keiner Überraschung sicher. „Botschafter Lustig“ nennen ihn Schweizer Kritiker, die deutsche Presse kommentiert hingegen begeistert den Bogen vom Alphorn nach Hollywood

2001
Dr. Guido Westerwelle

Fit for fun ist der Bundesvorsitzende der FDP zu jeder Gelegenheit. Als muskelbepackter Mister 18 Prozent hatte Guido Westerwelle im Aachener Narrenkäfig alle Fitnessfreaks und Frohnaturen auf seiner Seite. In seiner olympiareifen Disziplin, dem Wortwitz, demonstrierte er eindrucksvoll die wohltuend befreiende Wirkung närrischer Westerwellness.

2000
Dr. Edmund Stoiber

Auch als Narr machte Edmund Stoiber, bayerischer Ministerpräsident und CSU-Vorsitzender, Ernst. Mit todernster Miene klagte er:“Der Humor ist mir verreckt“. So trat er im Aachener Narrenkäfig erfolgreich an, „das Schaukelpferd des Sarkasmus einzufangen und ihm den Sattel der Ironie überzuwerfen“.

1999
John Kornblum

Der Botschafter der Vereinigten Staaten von Amerika setzt im politischen Alltag erfolgreich auf eine ganz besondere Strategie: Humor. Als Cowboy im Narrenkäfig machte er ernst: Statt zum Colt zu greifen, hielt er dem Gastland den Spiegel vor. Mit virtuosen Sprachspielen, genüßlich ausgeschöpfter Situationskomik und pointierter Witzelei über die amtierenden Politiker bewies er die Verwandtschaft von Diplomatie und Narretei.

1998
Heide Simonis

Die damalige Ministerpräsidentin Schleswig-Holsteins trat als dritte Frau in den Aachener Narrenkäfig: Als wortgewaltige rote Freibeuterin von der Ostsee trat die sturmerprobte Regierungschefin aus dem Norden an. Gewohnt scharfsinnig, unkonventionell und herzlich eroberte sie auch in Aachen ihr Publikum.

1997
Theo Waigel

Der Bundesfinanzminister bewies als „Theo gegen den Rest der Welt“ in Zeiten von Steuerreform, Sparpaketen und Erfüllung der Maastrichter Konvergenzkriterien unerschütterlichen Humor und Schlagfertigkeit. Als „Raubritter Theodor mit der Lizenz zum Aussäckeln“ machte er im Aachener Narrenkäfig sogar internationale Schlagzeilen.

1996
Bernard Henrichs

Der Kölner Dompropst leistete Fürbitte im Hohen Dom für einen stadtbekannten Sünder aus dem Milieu zum Dank für dessen Hilfe bei der Wiederbeschaffung eines gestohlenen Domschatz-Kreuzes.

1995
Heiner Geißler

Als „Hofnarr“ der Union hält der stellvertretende CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende seinen Parteifreunden den Spiegel vor: „Narren sind die wahren Humanisten. Sie lieben die Menschen, und nur deshalb dürfen sie ihnen auch wehtun.“ Seine unbequemen Wahrheiten, die manchmal provozieren, finden daher oft das augenzwinkernde Einverständnis der Getroffenen.

1994
Renate Schmidt

„Mut zur Menschlichkeit“ charakterisiert die frühere Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages. Aus vollem Herzen lachen zu können, ohne sich zum Narren zu machen, und weinen zu können, ohne ein Clown zu sein: Die beiden Seiten der Renate Schmidt und des Ordens WIDER DEN TIERISCHEN ERNST.

1993
Ruud Lubbers

Der niederländische Regierungschef erfand das perfekte Inkognito: Im Maastrichter Karneval mischte er sich mit seiner eigenen Maske unter das närrische Volk. Motto: „Damit mich keiner erkennt, muss ich so aussehen wie ich selbst.“

1992/91
Jack Lang

Als französischer Kulturminister war er der Paradiesvogel im Pariser Kabinett. Der Juraprofessor und Theaterdirektor schaffte es, eine ganze Nation zu unterhalten, indem er die Welt als Bühne und die Politik als eine besondere Form von Theater sah.

1990
Lothar Späth

Das schwäbische Cleverle, damals hauptberuflich Ministerpräsident von Baden-Württemberg, profilierte sich als pfiffiger Zugführer der schwäb’schen Eisenbahn, die unter ihm zu einem Transrapid mutierte.

1989
Franz-Josef Strauss

Der bayerische Ministerpräsident stand als politisches Original im sauren Wald der angepaßten Polit-Fichten sturmerprobt als knorrige Eiche. Intellektuelle Schärfe paarte sich bei ihm mit rauflustiger Kumpelhaftigkeit. Der „bayerische Hof“ unter FJS war das einzige bekannte Beispiel dafür, daß jemand beides zugleich sein kann: Herrscher und Narr.

1988
Prof. Dr. Gertrud Höhler

Die Professorin für allgemeine Literaturwissenschaft, erste Ordensritterin, propagierte den Einsatz des Lachens als humane Strategie. Ihr Motto: „Wissen kann man nur vermitteln, wenn man unterhält.“

1987
August Everding

„Schlaugust“ verfügt über Witz, Ironie, Esprit und komödiantenhaften Schalk, ohne jemals zu vergessen, daß Humor eine Sache des Herzens ist. Als Generalintendant der Bayerischen Staatstheater verband er Kunst und Kommerz, Managertum, Pädagogik und Glauben in sich. Niemand ist so herrlich harmonisch und gleichzeitig kontrovers wie er.

1986
Johannes Rau

„Bruder Johannes“ oder „der gute Mensch aus Wuppertal“- so wurde der nordrhein-westfälische Ministerpräsident und spätere Bundespräsident gerne genannt. Als bibelfester Mann vereinte er mit milder Ironie und leisem Humor die beiden Rollen Landesvater und Regierungschef.

1985
Dr. Norbert Blüm

Im Kabinett Kohl war der Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung eine der farbigsten und eigenwilligsten Persönlichkeiten. Dem ständigen Balanceakt zwischen vielen Stühlen wurde er mit Beharrlichkeit und Heiterkeit gerecht.

1984
Friedrich Nowottny

Der Mann vom „Bericht aus Bonn“ verstand es, als Moderator auf deutschen Bildschirmen zu der Erkenntnis beizutragen, dass auch „hohe Tiere nur Menschen sind“. Er teilte seine Interviewpartner in zwei Gruppen ein: Austern – schwer zu knacken aber ertragreich – und Heiße – Luft – Produzenten.

1983
Bernhard Vogel

Als Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz nahm er durch seinen subtilen Humor auch politische Gegner für sich ein. In der zum „Vogelhaus“ umbenannten Staatskanzlei veran-staltete er „närrische Vogelschauen“ für „gefiederte Freunde aller Farbschattierungen“.

1982
Manfred Rommel

Der Stuttgarter Oberbürgermeister, Musterbeispiel eines Philosophen, verbindet die schwäbische Mentalität mit hintergründigem Humor. So etwa in dem Vergleich der Maultasche mit politischen Programmen: Sie quillt im Magen auf und lässt für anderes nur wenig Platz.

1981
Heinz Werner Ketzer

Der wegen seiner humorvollen Predigten weit über Köln hinaus bekannte Dompropst war ein klassisches Beispiel für die Vereinbarkeit kirchlicher Autorität mit rheinischem Frohsinn.

1980
Richard Stücklen

Der AKV nahm den Bundestagspräsidenten beim Wort, der in seiner Antrittsrede den Parlamentariern mehr Humor in politischen Debatten empfohlen hatte, getreu seiner Maxime: „Humor ist der Mutterboden der Demokratie“.

1979
Hans-Dietrich Genscher

Der verschmitzte Außenminister hätte den Orden gleich mehrfach verdient. Er erhielt ihn jedoch als Dienstherr des real nicht existierenden Ministerialdirigenten Edmund Draeker, dessen Kapriolen das Auswärtige Amt bis heute in Atem halten.

1978
Ephraim Kishon

Der israelische Schriftsteller machte besonders das Spannungsfeld Bürger – Behörde zum Thema seiner satirischen Betrachtungen.

1977
Raymond Broger

Der Landammannes des Kantons Appenzell-Innerrhoden wehrte sich gegen irrige Vorlagen statt mit Hand und Fuß mit dem Kopf. Für seine humorigen Geistesblitze erhielt er im Ständerat die größten Lachsalven.

1976
C. Heereman v. Zuydwyck

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Constantin Heereman von Zuydwyck, bewies, dass man auch als Lobbyist handfeste Interessen mit Humor vertreten kann. Herzhaft sein Kern, die Schwarte rauh, nobel das Etikett.

1975
Wilfried Gredler

Der österreichische Botschafter komponierte diplomatische Sonaten und verlieh mit seinem Wiener Esprit nicht nur dem Europarat rhetorischen Glanz.

1974
Walter Scheel

Dem Außenminister, der sich selbst als „Scheel mit dem Eulenspiegelblick“ bezeichnete, gelang es stets, auf dem schwierigen diplomatischen Parkett mit rheinisch-fröhlicher Offenheit der Freiheit eine Gasse zu schaffen.

1973
Lance Pope

Der britische Botschafter, der als Englishman so plattelte und jodelte, dass waschechte Bayern neidisch wurden, verband den sprichwörtlichen englischen Humor mit deutscher Fröhlichkeit.

1972
Helmut Schmidt

Als Verteidigungsminister erlaubte er den Soldaten die damals modische Haarlänge. Sein „German Hair Force“-Erlaß ging in die Geschichte der Bundeswehr ein.

1971
Franz Xaver Unertel

Landwirtschaftsminister der eine (Ertl), Abgeordneter der andere (Unertl), waren sie ein urbayerisches Dioskurenpaar, das mit viel Mutterwitz Heiterkeit in die Bundestagsdebatten brachte.

1970
Denis W. Healey

Zahlreiche Anekdoten zeugen von dem schier unerschöpflichen Vorrat an Bonmots des Schatzkanzlers Ihrer Majestät auf dem internationalen politischen Parkett.

1969
Hermann Höcherl

Der Bundeslandwirtschaftsminister war das Politoriginal seiner Zeit. Von seinem Dienstherrn Adenauer als „Schlitzohr“ und „Bauernspitz“ tituliert, war er leiblichen Genüssen durchaus zugetan. Selbst ewige Nörgler und Zweifler verstand er mit spöttischer Freude für sich einzunehmen.

1968
Per Haekkerup

Der dänische Landwirtschaftsminister ließ sich wegen seiner Leibesfülle als erster Ritter mit Käse aufwiegen. Bodenständiger Humor, kluger Witz und gesunder Menschenverstand zeichneten ihn aus.

1967
Karl-Günther von Hase

Auf dem glatten Parkett der Bundespressekonferenzen meisterte der „Bundespressechef“ selbst schwierigste Situationen durch Selbstironie, beredtes Nichtssagen und entwaffnende Schlagfertigkeit.

1966
Pietro Quaroni

Der Präsident der Radio Televisione Italiana erhielt den Orden für sein Wirken als „lachender Diplomat“ – ein Titel, den er sich durch seine Bücher und viele Anekdoten in seiner Botschafterzeit erwarb.

1965
Paul Mikat

Der nordrhein-westfälische Kultusminister, Geisteswissenschaftler und Professor für Staatsrecht, begrüßte bei Festversammlungen illustre Gäste nicht namentlich, sondern spitzzüngig: „Meine lieben Titel…“. Dass er seinen Humanismus in allen Lebenslagen praktiziert, zeigte sich auch daran, dass er bei einem Pferderennen nur deshalb auf „Mercurius“ setzte und gewann, weil dieser einen lateinischen Namen hatte. Sein Fazit: „Da sehen Sie den Wert des Humanismus!“

1964
Ewald Bucher

Der Bundesjustizminister glossierte in den von ihm herausgegebenen „Blauen Briefen der Bundesregierung“ mit geistreicher Ironie die Bonner Politszene.

1963
Henry Chauchoy

Der Professor erwarb sich als Kulturbeauftragter der französischen Besatzungsmacht Meriten in der Mainzer Bütt. Seine Maxime: „Karneval ist für die Deutschen heilsam, weil sie den Behörden etwas am Zeug flicken und durch Lachen den Untertanengeist mindern können.“

1962
Rochus Spieker

Der Dominikanerpater war als humorvoller, streitbarer Kanzelredner, Publizist und Drehbuchautor ein moderner Nachfahre des Abraham a Santa Clara.

1961
Bruno Kreisky

Der österreichische Außenminister parierte den Wunsch der über München verärgerten Stadt Burgau nach Anschluss an Österreich mit brillant-witziger Diplomatie.

1960
Rudolf Eberhard

Als höchst unkonventioneller und unbürokratischer bayerischer Finanzminister trat er in München öffentlich als Raubritter auf und regte ein „Trostbüchlein“ für Steuerzahler an.

1959
Konrad Adenauer

Der Bundeskanzler war ein Meister der Vereinfachung: mit wenigen aber treffenden, kölschen Worten erklärte er die Probleme der Nation. Er war der Prototyp des rheinischen Humorikers und fröhlichen Spötters, der auch über sich selbst lachen konnte.

1958
Carlo Schmid

Der Bundestagsvizepräsident wurde als einer der geistreichsten und schlagfertigsten Redner ausgezeichnet. Damit wurde sein philosophischer Esprit gewürdigt, mit dem er die Debatten auf ein bis heute nicht wieder erreichtes Niveau hob.

1957
Max Becker

Der Vizepräsident des Deutschen Bundestages pflegte ausländische Gäste mit Herz, Witz und Humor zu begrüßen. Die provisorische Bundeshauptstadt erklärte er ihnen so: „Bonn ist die Oase, in der die Regierungskarawane vorübergehend lagert auf ihrem Weg zum endgültigen Ziel Berlin.

1956
W. Baron Michiels v. Kessenich

Der Bürgermeister von Maastricht entwaffnete durch ein humorvolles Telegramm den Kriegsminister, der einen Fußballplatz beschlagnahmen wollte. Der General kapitulierte mit Humor vor dem Humor.

1955
August Dresbach

Dem Bundestagsabgeordneten gelang es, bei einer durchaus ernsthaften Debattenrede laut Protokoll 46 mal „Heiterkeit“ oder sogar „stürmische Heiterkeit“ hervorzurufen.

1954
Leo M. Goodman

Der US-Chefrichter in der Bundesrepublik begründete ein Urteil gegen eine Deutsche und einen Italiener, die sich wegen einer Portion Ravioli mit einem Amerikaner geprügelt hatten, juristisch brillant und umwerfend kabarettistisch.

1953
Hans Sachs

Als Staatsanwalt identifizierte er sich in Nürnberg mit seinem berühmten poetischen Namensvetter, indem er eine ihm zugesandte Schmähschrift auf Bundeskanzler Adenauer mit Knittelversen im Stil des Schuster-Poeten an den Kläger nach Bonn zurücksandte.

1952
Jules von Jouanne

Der damalige Regierungsrat ließ in der Eulenspiegel-Stadt Mölln den versammelten deutschen Finanzministern die festlich gedeckte Tafel wieder abräumen und Eintopf servieren. Begründung: „Schleswig-Holstein ist arm“.

1950
James Arthur Dugdale

Er war der erste Ordensritter “WIDER DEN TIERISCHEN ERNST“ ­ und war es, tierisch ernst genommen, auch wieder nicht. Als er am 15. Februar 1950 vom Aachener Karnevalsverein (AKV) in seiner Wohnung an der Colynshofstraße 43 ausgezeichnet wurde, gab es den Orden im heutigen Sinne “für Humor und Menschlichkeit im Amt“ noch gar nicht. Trotzdem verzeichnet die Ritter-Chronik des AKV James Arthur Dugdale als Nummer eins, weil mit ihm alles angefangen hat.

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