2009 Thomas II. Ebert

„Strahlt mit, wenn ihr Öcher seid"

Die Aachener Zeitung schreibt am 11.1.2009

Die prächtige Prinzenmontur sitzt ihm bereits wie angegossen auf dem Leib. Das Zepter scheint er schon immer in der Hand gehalten zu haben. Und endlich bringt AAK-Präsident Wilm Lürken die Prozedur zu ihrem feierlichen Abschluss. Mit sicherer Hand wird die Mütze mit den wundervollen Fasanenfedern auf dem Haupt platziert, und wie auf Knopfdruck erhellt sich das Eurogress im gleißenden Lächeln des Strahlemanns.

Das närrische Volk hat seinen Spaßmonarchen, Thomas I. (Ebert) ist proklamiert - und waltet umgehend seines majestätischen Amtes: das Mikro wird hervor gezaubert, noch ein Mal tief Luft geholt und zum ersten Mal der Gassenhauer „Du Leckerschen” geschmettert - ein Partyhit, der prompt Ohrwurmcharakter offenbart.

Dass Thomas auch ganz anders kann, hat er zuvor beim Prinzenspiel in hellblauer Hausmeisterkluft unter Beweis gestellt. Als bärbeißiger Gebäudeverwalter Horst tobte der bis dato noch unproklamierte Prinz über die Bühne, und vergraulte sämtliche Stargäste, die den Öchern die Ehre erwiesen.

Und zwar bar jeder Achtung - da mochten noch so illustre Namen das Programm bilden. Selbst Jürgen Marcus, der in höchsten Tönen „Eine neue Liebe” feierte, wusste den Hausmeister nicht zu besänftigen. Auch dass Drafi Deutscher mit noch so viel Inbrunst „Marmor, Stein und Eisen” brechen ließ, war dem mies gelaunten Gastgeber schnurzpiepegal.

Und selbst den Höhnern, die rhetorisch ins weite Rund fragten „Wenn nicht jetzt, wann dann?”, zollte Hausmeister Horst nicht den geringsten Respekt. „Geht doch zurück nach Kölle, hier ist Öcher Fastelovvend”, herrschte der in seiner Verkleidung kaum zu erkennende Thomas die kölschen Frohnaturen an, die in Wahrheit natürlich Frohnaturen aus Aachen waren. Denn nicht nur der zu inthronisierende Thomas war nach allen Regeln der Verkleidungskunst ausstaffiert worden. Sondern auch seine Mannen aus dem Hofstaat, die bei der Hitparade neben den genannten Stars auch noch die sieben Zwerge und die Wildecker Herzbuben mimten.

„Marmor, Stein und Eisen bricht - ich hoffe, diese Bühne nicht”, bangte Moderator David Lulley um die Einrichtung des Eurogress. Und zwar nicht ganz ohne Grund. Denn einem Rahmenprogramm von wechselhafter Qualität (siehe Bericht unten) stellten Hofrittmeister, Bloemmenelles und wie sie alle heißen genau die Entertainerqualitäten unter Beweis, die man in der AKV-Jubiläumssession erwarten darf.

Und das werden sie in den nächsten sechs Wochen weiterhin tun. Raus Aus den Musikerkostümen, rein in die Hofstaatstrachten: So präsentierte sich das fröhliche Dutzend gemeinsam mit seinem Thomas I. dem jubelnden Eurogress, während die Vereine sich bereits zum großen Defilee formierten. Zwei hübsch anzusehende Damen, die sich links und rechts beim frischgebackenen Narrenherrscher einhakten, erinnerten noch stark an Karneval in Rio. Ansonsten war das Eurogress aber fest in Öcher Hand.

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